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Lokales

13. Dezember 2017 | 19:53 Uhr

Rundum-Service für das Herz

vom

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erstellt am 11.Mai.2010 | 09:03 Uhr

rostock | Herzpatienten und ihren Ärzten fehlt oftmals die notwendige Kenntnis der besten zur Verfügung stehenden Behandlungsformen - es gibt einfach zu viele. Dieser Unübersichtlichkeit will die Universitätsklinik Rostock mit der Gründung eines Herzzen trums entgegenwirken, für das Wissenschaftsminister Henry Tesch (CDU) auf dem Klinikgelände den offiziellen Startschuss gab. Hier soll der Patient alle

nötigen Behandlungen in konzentrierter Form erhalten.

"An oberster Stelle steht für uns die Qualität der Krankenversorgung", sagt Prof. Dr. Andreas Liebold, Sprecher der neuen Institution. Weitere Ziele sind die wirtschaftliche Effizienzsteigerung durch kürzere Behandlungszeiten, die wissenschaftliche Begleitung innovativer Therapien sowie die Gewinnung neuer Zielgruppen. "Wir erhoffen uns eine überregionale Attraktivität", sagt Liebold.

Bis die beteiligten Bereiche Kardiologie, Kinderkardiologie, Herzchirurgie sowie Anästhesiologie und Intensivtherapie alle in einem einzigen Gebäude vereint sind, werden allerdings noch Jahre vergehen. "Der Neubau soll bis 2014 fertig sein", sagt Liebold. Für Prof. Dr. Peter Schuff-Werner, Ärztlicher

Direktor des Uniklinikums, stellt das kein Problem dar: "Die Entwicklungsplanung geht der Bauplanung immer voraus." Der Neubau soll über einen

Hybrid-OP verfügen, der Chirurgen und Kardiologen, Diagnostik und Therapie vereint. "Während der OP gucken wir nicht mehr auf den Patienten, sondern auf den Bildschirm", sagt Liebold.

Wartezeiten gibt es schon jetzt nicht mehr. "Heute kämpfen die Klinken um jeden Patienten", sagt Liebold. In Rostock können sie sich 24 Stunden am Tag an die Chest-Pain-Unit, auf Deutsch Brustschmerzambulanz, wenden, ohne vorher einen langen Umweg über ihren Hausarzt und andere Stationen gehen zu müssen. Das garantiert bei Notwendigkeit schnelle Hilfe.

Am Zentrum kommen zudem neueste Verfahren zum Einsatz. "Wir verfügen über Behandlungen, die woanders gar nicht existieren", sagt Liebold. Ein Beispiel dafür sei die minimalinvasive

Behandlung von Herzklappen. Dank dieser neuen Techniken können heute auch über 80-Jährige behandelt werden, was früher gar nicht möglich war.

Einen besonders guten Ruf hat die

Abteilung Elektrophysiologie. Hier werden innerhalb eines Jahres die Herz-Rhythmusstörungen von rund 600 Patienten behandelt. "In Deutschland sind davon etwa eine Million Menschen betroffen", sagt Prof. Dr. Dietmar Bänsch von der Abteilung für Kardiologie im Zentrum für Innere Medizin. Seine Patienten kommen selbst aus Berlin und Hamburg. "Wir sind die einzigen im Umkreis von 200 Kilometern, die das Verfahren der Ablation beherrschen", sagt Bänsch. Hinter der Ablation verbirgt sich die kathetergestützte Entfernung von Leitungsbahnen aus dem Herzen.

Katheter werden auch in Zukunft eine entscheidende Rolle bei den Herz-Operationen einnehmen. Sie sollen den Ärzten helfen, durch möglichst kleine Öffnungen regenerative Eingriffe vorzunehmen.

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