Rund 50 kopflose Linden

Mit Motorsäge und Hebebühne ist der Stadtbetriebshof derzeit in der Kurmärker. Doris Ritzka
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Mit Motorsäge und Hebebühne ist der Stadtbetriebshof derzeit in der Kurmärker. Doris Ritzka

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22. Januar 2010, 08:57 Uhr

Perleberg | Fast gespenstisch sieht sie wieder aus, die Kurmärker Straße. Mitarbeiter des Stadtbetriebshofes sind derzeit dabei, die ausgeschlagenen Linden zu stutzen. 2004 hatte sich Perleberg zu diesem Schritt entschlossen, weiß Antje Hartwig, seit zweieinhalb Jahren zuständig für Natur- und Umweltschutz bei der Stadt. "Die Bäume waren bereits stark geschädigt. Um sie zumindest noch eine gewisse Zeit zu erhalten, wurden sie gekappt."

Gern sehen Naturschützer das nicht, denn die Bäume werden geschädigt, bestätigt die Umweltfachfrau. Zudem treiben sie anschließend stark aus. Die neugebildeten Ständer wachsen jedoch nicht aus dem Kern heraus, sind daher nicht fest mit dem Altholz verbunden. Im Klartext: Alle fünf Jahre muss ein Rückschnitt erfolgen. Über 60 Bäume, vorwiegend Linden, werden gegenwärtig in der Kurmärker Straße verschnitten.

Seit September vergangenen Jahres sind die städtischen "Baumfrisöre" unterwegs. Totholz von etwas 150 Großbäumen, beispielsweise im Hagen oder entlang der Hamburger Straße, wurde entfernt. Rund 50 hölzerne Riesen warten noch darauf. Neun Bäume mussten gefällt werden. 18 waren es im Außenbereich, so an der Straße nach Groß Buchholz bzw. am Abzweig Richtung Lübzow. "Entweder sie waren abgestorben oder in ihrer Standsicherheit extrem gefährdet", erläutert Antje Hartwig.

Ein weiterer Schwerpunkt war und ist die Jungbaumpflege. Die vor einigen Jahren gepflanzten Bäume müssen nun dringend ihren Verkehrsraumschnitt erhalten.

Auch da ist dieses Mal etwas mehr Eile geboten. Denn am 28. Februar tritt das neue Bundesnaturschutzgesetz in Kraft. In einigen Punkten wird damit das brandenburgische außer Kraft gesetzt. Konkret auch hinsichtlich der Zeit für den Baumschnitt. Die endet nicht wie bisher am 15. März, sondern schon am 28. Februar. Ausnahmen werde es nur in begründeten Fällen und in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde geben, bestätigt die Pressestelle des Landkreises auf Nachfrage. Allerdings werden laufende Verträge davon nicht berührt, beispielsweise Kopfweidenprojekte.

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