zur Navigation springen
Lokales

21. Oktober 2017 | 12:40 Uhr

Rückstau bis September 2011

vom

svz.de von
erstellt am 19.Aug.2010 | 07:36 Uhr

Rostock | Erhebliche Verzögerungen an der Vorpommernbrücke: Statt wie ursprünglich geplant Anfang November dieses Jahres strebt das Tief- und Hafenbauamt nun September 2011 als Übergabetermin an. Mindestens eine halbe Million Euro Mehrkosten sind es bisher, Tendenz steigend. Ursprünglich waren 1,85 Millionen Euro eingeplant. "Maßgebliche Bauwerksteile sind stärker beschädigt als angenommen", sagt Tiefbauamtschef Heiko Tiburtius. Verantwortlich dafür sind vor allem kaputte Dichtungen, durch die in den Wintern seit Errichtung der Brücke im Jahr 1986 streusalzbelastetes Wasser in den Beton eingedrungen ist. Das hat dem Baustoff genauso wie den Eisenbügeln der Bewehrungsübergänge, die das Bauwerk stabilisieren sollen, höchst aggressiv zugesetzt.

"Die Grundstabiliät ist aber weiterhin gegeben", sagt Frank Bernhardt, Vorstandsmitglied der zuständigen Planungsfirma Inros Lackner. Allerdings führten die vielen unvorhergesehenen Entdeckungen immer wieder zu Verzögerungen. Beispielsweise mussten neue, rostsichere Edelstahlbügel für die Bewehrung erst geordert werden. "Die alten Eisen waren zum Teil zu 100 Prozent korrodiert", sagt Bernhardt.

Mit diesem Schadensausmaß hatten die Planer nicht gerechnet. "Man kann erst in die Brücke reingucken, wenn sie freigelegt ist", sagt Bernhardt. Die Überprüfung vor Beginn der Arbeiten hätte wesentlich geringere Mängel ergeben. Erschwerend kommen von der Realität abweichende Aufzeichnungen hinzu, beispielsweise zu den 1986 verbauten Materialien. "Um es vorsichtig zu sagen, haben sie damals alles verwendet, was sie gefunden haben", sagt Bernhardt. Unter anderem hätten die Arbeiter eine PVC-Folie gefunden, die einfach so zwischen den einzelnen Schichten lag, da aber nicht hingehörte. "Wir verlassen uns natürlich auch auf die Dokumentationen unserer Vorgänger", sagt Tiburtius, der seinen Kollegen von damals wegen den Bedingungen in der DDR aber keinen Vorwurf macht.

Der aktuelle Plan sieht nun vor, bis zum 23. September den laufenden ersten Bauabschnitt auf dem Nordteil der Brücke abzuschließen. Anschließend soll bis zum 30. November der Mittelteil saniert werden, dann bis März 2011 die Arbeiten ruhen, um in der Folge bis zum 26. Juli die dritte Phase abzuschließen. Letzterer sieht der Tiefbauamtschef noch einmal skeptisch entgegen. Denn die Brücke hat auf der Südseite ihren Tiefpunkt, so dass Tiburtius hier mit noch größeren vom Tauwasser verursachten Schäden rechnet. Die Gesamtbaumaßnahme soll am 8. September 2011 beendet sein. Lichtblick für die Autofahrer: In der Winterpause werden wieder alle vier Streifen geöffnet. Sonst wird es bei je einem Streifen in jede Richtung bleiben.

Das treibt allerdings viele dazu, die in dieser Zeit vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometern in der Stunde zu ignorieren. "Zum Teil wird sie erheblich überschritten", sagt Tiburtius. Dadurch steige das Risiko für die Arbeiter, die besonders in der zweiten Bauphase nur wenige Zentimeter Abstand zum rollenden Verkehr haben werden. Die Polizei hat zum Teil schon verstärkt an dieser Stelle Messungen vorgenommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen