Karbow-Vietlübbe, Kreien und Wahlstorf : Rückschlag für Windräder

Zufriedenes Trio: Gerd Holger Golisz mit den Bürgermeisterinnen Hanni Stolper (l.) und Birgit Lange Ilja Baatz
Zufriedenes Trio: Gerd Holger Golisz mit den Bürgermeisterinnen Hanni Stolper (l.) und Birgit Lange Ilja Baatz

Bangen beendet: In den Gemeinden Karbow-Vietlübbe, Kreien und Wahlstorf werden keine Windenergieanlagen errichtet. Darüber wurden die Bürgermeisterinnen Hanni Stolper und Birgit Lange gestern informiert.

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05. November 2010, 12:00 Uhr

lübz/wismar | Gerd Holger Golisz - ein Mitglied des Regionalen Planungsverbandes aus dem Landkreis Parchim - war der Überbringer dieser Entscheidung des Gremiums zum Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg.

Sie war am Mittwoch-abend nach kontroverser Diskussion unter den Teilnehmern aus den Kreisen Parchim, Ludwigslust und Nordwestmecklenburg sowie den Städten Wismar und Schwerin gefallen. "Wir sind glücklich, dass sich unsere intensive Arbeit im Vorfeld damit ausgezeichnet hat", so Hanni Stolper sichtlich zufrieden in einer ersten Reaktion. "Wir erhalten damit wertvolle Natur, die Chancen für den Tourismus und die Heimat der Einwohner, deren Lebensqualität sonst stark gelitten hätte." Birgit Lange ergänzte ebenfalls sehr gelöst, dass man nicht generell gegen alternative Ener-gien sei, sondern sich gegen Standorte wie die ursprünglich angepeilten verwahre: "Zusätzlich zu den anderen negativen Einflüssen hätten die Masten direkt vor unserer Haustür gestanden."

Eine von Golisz gemeinsam mit den Bürgermeisterinnen der drei betroffenen Gemeinden (Marina Riedrich aus Wahlstorf konnte gestern nicht an dem Treffen teilnehmen) Anfang 2009 ins Leben gerufene Projektgruppe hatte sich schon länger dagegen ausgesprochen, Windräder im genannten Bereich zu errichten. "Die Abstimmung war notwendig, um eine fundierte Stellungnahme mit umfangreichen Datenanalysen zu erarbeiten. Nur so gab es eine Chance", sagt der Leiter des Amtes für Zentrale Dienste im Amt Eldenburg Lübz. Unterstützung leisteten nicht nur Einwohner, sondern unter anderem auch ehrenamtlich tätige Naturfachleute, die sogar überregional aktiv sind: "Allen zusammen gilt großer Dank." Die Ergebnisse füllen einen dicken Ordner und beinhalten unter anderem Nachweise/neue Erkenntnisse über eine Vogelfluglinie sowie Rastplätze von Kranichen. Auf zwei Einwohnerversammlungen in Karbow hatten die Akteure Ziele und Zwischenstände mitgeteilt, zudem gab es auf jeder Gemeindevertretersitzung aktuelle Informationen.

Die Landesregierung nenne Tourismus und Landwirtschaft immer wieder als die großen Chancen Mecklenburg-Vorpommerns, sagt Hanni Stolper: "Tourismus geschieht jedoch nicht nur an der Ostseeküste und wenn wir nicht aufpassen, gibt es in 30 Jahren nur noch Maisfelder, Windräder, industrielle Großviehanlagen mit so gut wie keinen Mitarbeitern und ausgestorbene Dörfer."

Mit dem in Wismar gefallenen Beschluss ist - so die offizielle Bezeichnung - das "dritte Beteiligungsverfahren eröffnet". Für die Allgemeinheit übersetzt bedeutet dies, dass allen, die an dem geplanten Vorhaben in welcher Form auch immer beteiligt sind/waren, die Möglichkeit offen steht, zu der in Wismar gefällten Entschädigung Stellung zu nehmen. Dies sei der Ordnung halber genannt. Im Vordergrund steht jedoch, dass das verabschiedete Programm für zehn Jahre gilt. Unabhängig davon soll die in Lübz geschaffene Projektgruppe bestehen bleiben.

Bezüglich Windenergie war genannte Entscheidung am Mittwochabend eine von 12, bei denen es um Änderung, Ergänzung und Streichung ging. Gestrichen wurde der Plan ausschließlich für Karbow-Vietlübbe, Kreien und Wahls-torf, die Situation in Suckow soll vor einer Entscheidung noch einmal überprüft werden.

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