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Lokales

22. September 2017 | 15:26 Uhr

Rückkehr zur 24-Stunden-Schicht?

vom

svz.de von
erstellt am 03.Okt.2010 | 07:01 Uhr

Schwerin | Die Kommunalpolitiker der Landeshauptstadt diskutieren erneut die Wiedereinführung des 24-Stunden-Schichtsystems für die Berufsfeuerwehr. Den hatte die Stadt 2007 abgeschafft. Seitdem gibt es eine jeweils zwölf Stunden dauernde Tag- und Nachtschicht. Bei den Feuerwehrleuten kommt das nicht so gut an: Mit der Änderung verschlechterte sich ihre familiäre und soziale Situation durch stärkere Arbeitsbelastung, unregelmäßige und nicht bestandskräftige Dienstpläne, weniger Freischichten sowie durch Reduzierung der planbaren freien Wochenenden. Sie würden lieber zum alten System zurückkehren und haben in der SPD-Stadtfraktion Unterstützung bekommen.

"Die vergangenen Diskussionen haben gezeigt, dass optimaler Brandschutz in unserer Stadt nicht allein durch eine ausreichende Stellenausstattung abgesichert werden kann. Vielmehr muss das vorhandene Personal auch verfügbar sein", sagt SPD-Fraktionschef Daniel Meslien. "Mit der Umstellung des über Jahrzehnte hinweg bewährten 24-Stunden-Dienstes auf 12-Stunden-Schichten, hat sich die Verfügbarkeit durch weit überdurchschnittlichen Krankenstandes erheblich verschlechtert."

So meldete sich 2008 durchschnittlich jeder Berufsfeuerwehrmann an 19 Tagen krank. 2009 sollte es sowohl in der Tag- als auch in der Nachtschicht jeweils 14 Feuerwehrleute geben. Doch nur jeden vierten Tag konnte dies statistisch gesehen erreicht werden. Der Durchschnitt der Einsatzkräfte lag bei zwölf, manchmal waren pro Schicht nicht einmal zehn Feuerwehrleute da. Diese Situation hat sich dank Neueinstellungen gebessert. Derzeit sind tagsüber 16 Feuerwehrleute, nachts 14 vorgesehen. Von 2012 an soll die Nachtschicht auf 12 Stellen reduziert werden. Aber nur, wenn bis dahin genügend "fachlich und gesundheitlich geeignetes Personal" einsetzbar ist, wie die Stadt selbst betont.

"Mit Verwunderung haben wir jetzt feststellen müssen, dass Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow, die als Oppositionspolitikerin die Forderungen der Feuerwehrleute noch unterstützt hat, sich nun als Verwaltungschefin gegen den Widerstand aus der Chefetage der Berufsfeuerwehr gegen die Rückkehr zum sozial verträglicheren Schichtsystem nicht durchsetzen kann", so Frank Fischer, ordnungspolitischer Sprecher der SPD. Obwohl in anderen Berufsfeuerwehren wie Neubrandenburg 24-Stunden-Dienste verrichtet werden, findet die Amtsleitung der Schweriner Feuerwehr immer neue Gründe gegen die sozialen Interessen der Beschäftigen. Mit unserer Initiative wollen wir jetzt Frau Gramkow den Rücken stärken."

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