Wohnungsgesellschaft zahlt 14,2 Millionen Euro : Rostocker Wiro kauft Filetstück Mittelmole

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Die Mittlemole in Warnemünde ist bundesweit ein Filetstück im Immobilienbereich. Die Rostocker Wohnungsgesellschaft Wiro hat sie von der Reederei Scandlines Deutschland GmbH für 14,2 Millionen Euro gekauft.

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18. November 2010, 08:17 Uhr

Warnemünde | Die Rostocker Wohnungsgesellschaft Wiro hat die Mittelmole in Warnemünde von der Reederei Scandlines Deutschland GmbH gekauft. 14,2 Millionen Euro zahlt das 100-prozentige Tochterunternehmen der Hansestadt für das zirka 67 000 Quadratmeter große Grundstück. Es ist eines der begehrtesten Areale, unmittelbar an der Ostseemündung gelegen - ein Filetstück im Immobilienbereich deutschlandweit.

Die Wiro hat sich in einem Bieterverfahren behauptet, in dem es mehrere Bewerber, auch aus Hamburg gab. Scandlines hatte die Fläche zur Veräußerung gestellt, nachdem durch die Neustrukturierung der Verwaltung der Hauptsitz in Putgarten angesiedelt ist.

Gestern am späten Nachmittag wurden die Unterschriften unter den Kaufvertrag gesetzt. Somit kommt die lukrative Fläche über die Wiro in Besitz der Stadt Rostock. "Wir freuen uns außerordentlich, dass wir dieses Grundstück erwerben konnten. Das ist für die weitere Entwicklung Rostocks am Wasser sehr wichtig", so Wiro-Geschäftsführer Ralf Zimlich. In enger Zusammenarbeit mit den Fachämtern der Hansestadt solle dieses Gelände nun entwickelt werden. Zeitdruck bestehe laut Zimlich nicht, da das Grundstück derzeit Erträge aus Vermietung und Verpachtung erwirtschaftet. Denn es befinden sich vor allem Parkplätze und das vom Verkäufer Scandlines genutzte Verwaltungsgebäude auf diesem Gebiet. Deshalb hat die Wiro keine große Eile mit der Neubebauung.

Aber die Wohnungsgesellschaft ist gut vorbereitet, hat konkrete Pläne für künftige Nutzung der Fläche. Diese sind längst mit dem Aufsichtsrat des Unternehmens besprochen und einstimmig abgesegnet. Die Wiro sieht in diesem Projekt eine einmalige Chance, kommunalen Mietwohnungsbau in Warnemünde zu realisieren und die eigene führende Position in Rostock auf diesem Gebiet langfristig zu sichern.

Die Wiro hat derzeit 471 Mitarbeiter. Sie verfügt in allen Stadtteilen über insgesamt 36 000 Wohnungen. Sie bewirtschaftet in Warnemünde 147 Häuser, die in den 1930er-Jahren gebaut wurden. Die Warteliste der Mietwohnungsinteressenten auf eine der 1135 Wohnungen im Ostseebad sei lang, sagt Zimlich. Darüber hinaus sei die Parkraumbewirtschaftung ein weiteres Kerngeschäft, das das kommunale Wohnungsunternehmen über seine Tochter, die Parkhausgesellschaft Rostock (PGR), betreibt. Auf der Mittelmole könnte es einen guten Zuwachs geben. Fast 200 Einheiten sollen entstehen.

Nach dem Erfolg im Bieterverfahren kommt nun die Bürgerschaft ins Spiel. Sie muss den Investitionen zustimmen, denn die Wohnungsgesellschaft ist ein städtisches Unternehmen. Da aber im Wiro-Aufsichtsrat schon Vertreter von Fraktionen der Bürgerschaft mitentscheiden, dürfte es wohl kaum Hürden geben.

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