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Lokales

24. November 2017 | 10:36 Uhr

Rostocker Radfahrer starten durch

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erstellt am 23.Jan.2011 | 04:53 Uhr

Rostock | Die Hansestadt hat ihren Radverkehrsanteil in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Das besagt der Radverkehrsbericht 2008/2009, den die Geschäftsstelle des Fahrradforums vorlegte. Während der Anteil am Gesamtverkehr 1998 noch bei 8,7 Prozent lag, stieg er bis 2008 auf 20,2 Prozent an. "Ich denke, das ist beispiellos für Deutschland", sagt Holger Matthäus (Grüne), Senator für Bau und Umwelt. Neben den Erfolgen der vergangenen zwei Jahre zeigt der Bericht allerdings auch Probleme auf, zum Beispiel bei der Verkehrssicherheit, dem Streckennetz und dem Parken.

%_rot-auszeichnung_%sicherheit%__rot-auszeichnung_%Als einen Unfallschwerpunkt mit Beteiligung von Radfahrern nennt der Bericht die Kreuzung Arnold-Bernhard-Straße/Stampfmüllerstraße. Zudem weist Martin Elshoff, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Rostock, auf die Gefahren in der Carl-Hopp-Straße hin. "Hier werden Radfahrer angehupt, weil sie auf der Straße fahren", sagt Elshoff. Dabei bleibe ihnen aufgrund des holprigen Parallelwegs gar keine andere Möglichkeit. Ein Schild sei notwendig, das deutlich mache: Achtung, Radfahrer benutzen die Fahrbahn. Insgesamt, so der Bericht, sei es in Rostock jedoch gelungen, die steigende Verkehrsleistung im Radverkehr von den Unfallzahlen zu entkoppeln. Die relative Unfallhäufigkeit sei spürbar gesunken. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, sind neben baulichen und organisatorischen Veränderungen auch Präventionsprojekte geplant. In der Grundschule ist die Radfahrausbildung ein Schwerpunkt.

%_rot-auszeichnung_%Streckennetz%__rot-auszeichnung_%"Im Radwegenetz hat sich etwas getan, allerdings nicht sehr viel", sagt Elshoff. Beispielsweise öffnete die Straßenverkehrsbehörde im vergangenen Jahr 47 Einbahnstraßen für Radfahrer in der Gegenrichtung. Außerdem begannen die Planungen für den Geh- und Radweg Klenowtor - Werftalle. Und auch das Warnow-Ufer-Konzept, einschließlich geplantem Fuß- und Radweg, wurde vorangebracht. Bei Radwegen, die bauliche Mängel aufweisen oder nicht befahrbar sind, sieht der ADFC-Vorsitzende hingegen noch Nachholbedarf. Entweder die Stadt richte die Wege wieder her oder sie entschildere diese. "Darüber hinaus wünschen wir uns sehr viel mehr Fahrradstraßen", sagt er und denkt dabei zum Beispiel an die Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Denn: Die Strecke von der Maßmannstraße zum Doberaner Platz werde sehr stark von Radfahrern genutzt.

%_rot-auszeichnung_%Parken Und Wegweisung%__rot-auszeichnung_%Die Fahrradabstellanlagen in der Hansestadt wurden laut Radverkehrsbericht in den vergangenen zwei Jahren laufend ergänzt. Unter anderem seien "Bike and Ride"-Anlagen am Platz der Freundschaft, am Konrad-Adenauer-Platz und am Holbeinplatz hinzugekommen. Weiter habe die Deutsche Bahn AG die Abstellanlage auf der Südseite des Hauptbahnhofs mit einer neuen Überdachung versehen und vergrößert. Ferner wurden anmietbare Fahrradboxen aufgestellt. "Die Bahn hat sich sehr ins Zeug gelegt", sagt Elshoff. Und auch die Rostocker Straßenbahn AG habe sich fahrradfreundlich aufgestellt. Was die Umsetzung des innerstädtischen Radverkehrskonzept angeht, sieht er jedoch noch Handlungsbedarf. Zum Beispiel müssten die provisorischen Bügel am Kröpeliner Tor durch eine feste Fahrradabstellanlage ersetzt werden. Was die Wegweisung in der Stadt betrifft, zeigt sich der ADFC-Vorsitzende weitestgehend zufrieden. "Die ist schon relativ gut ", sagt er. Für den Freizeitverkehr müsse hingegen noch einiges getan werden. Stadtauswärts mangele es an einer vernünftigen Ausschilderung, die auch erkennbar ist.

%_rot-auszeichnung_%Öffentlichkeitsarbeit%__rot-auszeichnung_%Die Zunahme des Radverkehrs in Rostock führt Elshoff unter anderem auf eine offensive Informationspolitik zurück. Als Beispiel nennt er die Aktion "Einkaufen mit dem Rad". Hier zeigte die Neue Verbraucherzentrale (NVZ), dass es sich finanziell lohnt und dem Umweltschutz dient, wenn das Auto für kurze Strecken stehen bleibt. Und der ADFC präsentierte Transportmöglichkeiten mit dem Rad und bot die Vermietung von Anhängern und Packtaschen an. Zunehmend auf Interesse seien auch die Pedelecs gestoßen, sagt der ADFC-Vorsitzende. Die Elektroräder zu bewerben, darin sieht er eine Herausforderung. Weitere Projekte waren die Europäische Mobilitätswoche, Stadtführungen für Radfahrer oder eine Fahrradselbsthilfewerkstatt in Toitenwinkel.

%_rot-auszeichnung_%Strukturen%__rot-auszeichnung_%Als Fixpunkt der Radverkehrsförderung habe sich das Fahrradforum etabliert, sagt Dr. Steffen Wandschneider (SPD). Es stehe für die Kooperation von Akteuren aus Stadtverwaltung, Politik, Polizei und Verbänden. 2008 und 2009 fanden je vier Treffen statt. Themen waren unter anderem der Einsatz einer Fahrradpolizeistreife, qualitätsoffensive Radrouten und die Baustellenabsicherung. Auch Elshoff bewertet die Zusammenarbeit positiv. Nichtsdestotrotz hapere es manchmal an der Umsetzung. "Wir wünschen uns schon seit einigen Jahren einen Radverkehrsbeauftragten bei der Stadt", sagt der ADFC-Vorsitzende. Doch Bemühungen der Verwaltung und der politischen Gremien zur Verbesserung der Personalsituation seien nicht hinreichend erkennbar gewesen, heißt es im Radverkehrsbericht. So seien die Ziele des Förderprogramms nicht umsetzbar.

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