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Lokales

19. November 2017 | 09:48 Uhr

Rostocker feilen am Hanse-Sail-Konzept

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erstellt am 26.Jul.2011 | 07:37 Uhr

Ein Jahr nach der Loveparade-Tragödie in Duisburg feilen auch die Organisatoren der Hanse Sail, die Polizei und die Rettungskräfte in Rostock weiter an ihrem Sicherheitskonzept. Fast verdoppelt wird zur diesjährigen 21. Auflage die Zahl der Rettungskräfte: „Wir hatten bisher an allen vier Tagen rund 65 Leute im Einsatz. Dieses Jahr sind es 58 mehr“, so Sail-Chef Holger Bellgardt. Einen konkreten Anlass für die Aufstockung gebe es nicht, betonte er: „Es geht uns nur um noch mehr Sicherheit.“ Pro Tag seien somit immer rund 36 Kräfte vor Ort.

Die Beamten in Uniform ihrerseits haben ein neues „Entfluchtungskonzept“ eingebracht, wie es auf gut Polizistisch heißt. „Nach Duisburg ist das schon im vergangenen Jahr ansatzweise umgesetzt worden, jetzt komplett“, sagte die Sprecherin der federführenden Inspektion Rostock, Yvonne Hanske.

Grundsätzlich würden nun die Abstände zwischen Wegen, Ständen, Kaimauern großzügiger gestaltet. Zudem sollen Pfeile mit schriftlichen Hinweisen in Notfällen den Weg weisen, erläuterte die Sprecherin.

Mehr als eine Million

Darüber hinaus werden auch die im vergangenen Jahr zum ersten Mal über die Sicherheit wachenden Polizeitaucher wieder eingesetzt. Mit ihren spezialisierten Kollegen von der Feuerwehr würde sich die Polizeitauchergruppe gegenseitig ergänzen. „Das hat sich bewährt und das wollen wir auch so lassen“, bekräftigte die Sprecherin.

Die Hanse Sail ist eines der größten Traditionsseglertreffen der Welt. Zu dem maritimen Spektakel vom 11. bis 14. August werden insgesamt mehr als eine Million Besucher erwartet. Nach den bisherigen Erfahrungen gilt das Treffen als unproblematisch. „Seit 20 Jahren ist das eine sehr friedliche Veranstaltung und so wird es dieses Jahr sicher auch wieder. Der Veranstaltungstyp ist – anders als die Loveparade beispielsweise – ein relativ ruhiger. Das liegt schon an den Schiffen, die so viel Ruhe und Entspannung verbreiten“, meint auch Chef-Organisator Bellgardt.

Nichtsdestotrotz: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Auch auf dem Wasser – so sind je zwei Boote der DRK-Wasserwacht vor Warnemünde, im Stadthafen und im Rostocker Fracht- und Fischereihafen stationiert, wo die Wasserflieger starten. Zusätzlich sollen acht Boote der Wasserschutzpolizei für Sicherheit sorgen. Eine ihrer Aufgaben, laut Bellgardt: die auch während der Sail ein- und auslaufenden Großfähren zu geleiten. Normalerweise gelte ja die Regel, dass Segelschiffe immer Vorfahrt haben, dies würde den Fährverkehr bei der Sail aber zu sehr beeinträchtigen.

Zurück aufs Land: Für den Bahnhofstunnel in Warnemünde gilt – bei Bedarf – auch dieses Jahr wieder der so genannte Einrichtungsverkehr. Sprich: Bei großem Andrang geht es nur noch nach Warnemünde rein. Die Entscheidung über die einseitige Sperrung trifft flexibel das Personal vor Ort. Geplant ist laut dem Cheforganisator auch eine Vollsperrung der L 22 am Stadthafen direkt nach dem Ende des Feuerwerkes am Samstagabend. Zeitgleich zum ersten leuchtet auch das zweite Feuerwerk über Warnemünde. Auch das aus gutem Sicherheitsgrund: „Mit zwei Feuerwerken können wir die Menschenmassen auseinander ziehen“, erläutert Bellgardt.

Eine Neuerung aus dem vergangenen Jahr wird schließlich wieder abgeschafft – die Führungsgruppe aller Sicherheits- und Rettungskräfte, die immer zu Spitzenzeiten während der viertägigen Veranstaltung zusammenkam. Bellgardt: „Wir haben gemerkt, dass diese zusätzliche Ebene eigentlich nicht notwendig ist. Es gibt ja Führungsebenen.“

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