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20. November 2017 | 04:54 Uhr

Zweiter Haftbefehl gegen Lökkevik

vom

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erstellt am 22.Nov.2011 | 09:25 Uhr

Rostock | Der wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs angeklagte Investor der Yachthafenresidenz Hohe Düne in Warnemünde, Per Harald Lökkevik, bleibt in Untersuchungshaft. Dies habe das Oberlandesgericht (OLG) am Montag entschieden, teilte das Landgericht Rostock gestern mit. Damit waren sich die beiden Gerichte erneut in der Beurteilung des Falls uneinig.

Das Landgericht hatte den bestehenden Haftbefehl wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs aufgehoben, da es keinen hinreichenden Tatverdacht gebe. Zugleich habe es aber einen zweiten Haftbefehl erlassen. Es bestehe der Verdacht, dass möglicherweise Fördergelder in andere Baumaßnahmen geflossen seien. Weitere Ermittlungen seien notwendig. Diesen zweiten Haftbefehl habe das Landgericht gegen eine Kaution in Höhe von einer Million Euro außer Kraft gesetzt. Dagegen habe die Staatsanwaltschaft Einspruch beim Oberlandesgericht eingelegt, dem das OLG in einem Eilverfahren zugestimmt hatte. Bis zu einer endgültigen Entscheidung werde Lökkevik in Haft bleiben, sagte der Sprecher des Landgerichts. Der zunächst für den 6. Dezember anberaumte Prozessbeginn gegen Lökkevik habe keinen Bestand mehr.

Laut Anklage soll der Norweger durch künstliche Aufspaltung des 100-Millionen-Euro-Projektes und falsche Angaben in den Jahren 2002 bis 2006 rund 13,5 Millionen Euro Fördermittel zu Unrecht bekommen haben. Insgesamt war die komplette Hotelanlage mit 47,5 Millionen Euro bezuschusst worden.

Lökkevik hatte die Anschuldigungen stets entschieden zurückgewiesen. Im Landgericht bestehe die Ansicht, dass er die gleiche Fördersumme erhalten hätte, wenn er das Projekt nicht aufgespalten hätte, sagte der Landgerichtssprecher gestern. Das Land- und das Oberlandesgericht waren sich bereits im Frühjahr in der Bewertung des Falls uneinig. Lökkevik war im Februar in Untersuchungshaft genommen worden. Nach einer Beschwerde kam er auf Anweisung des Landgerichts im März auf freien Fuß. Diese Entscheidung war vom OLG revidiert worden. Der Norweger wurde auf Lanzarote (Spanien) festgenommen und sitzt seitdem wieder in U-Haft.

Vor der Einschätzung des Landgerichts war bereits das Schweriner Wirtschaftsministerium in einem Gutachten für die EU zu dem Ergebnis gelangt, dass die Subventionen für den Bau der Hotelanlage korrekt verlaufen sind. Nach dpa-Informationen gibt es eine gleich lautende Stellungnahme der Bundesregierung. Das Luxushotel an der Ostseeküste mit 368 Zimmern war nach dreijähriger Bauzeit im September 2005 eröffnet worden. Die Yachthafenresidenz und der Sportboothafen waren zentrale Objekte bei der später gescheiterten Bewerbung der Hansestadt Rostock um die Ausrichtung der Olympischen Segel-Wettbewerbe 2012.

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