Anschlag auf Asylheim in Groß Lüsewitz : Zwei Verdächtige in U-Haft

 

 

Nach einem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim nahe Rostock sind zwei Männer wegen des Verdachts des versuchtes Mordes festgenommen worden.

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25. August 2015, 10:36 Uhr

Zehn Monate nach einem Brandanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft in Groß Lüsewitz (Landkreis Rostock) sitzen zwei Verdächtige in Untersuchungshaft. Den 25 und 26 Jahre alten Männern wird versuchter Mord vorgeworfen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock am Dienstag erklärte. Sie sollen im Oktober 2014 zwei Brandsätze auf das mehrgeschossige Haus geworfen haben. In dem Heim waren damals acht Flüchtlingsfamilien verschiedener Nationalitäten untergebracht. Es entstand Sachschaden, Menschen wurden nicht verletzt.

Zum Motiv des Anschlages gebe es noch keine sicheren Erkenntnisse, sagte der Sprecher. „Die Beschuldigten schweigen zu den Vorwürfen.“ Hinweise, dass die Männer einem rechtsextremen Umfeld angehören, gebe es bisher nicht.

Das Amtsgericht Rostock habe Haftbefehle gegen die Männer aus Groß Lüsewitz und Broderstorf erlassen, hieß es. Die Verdächtigen hätten den Tod von Menschen billigend in Kauf genommen, da sie damit rechnen konnten, dass die Hausbewohner zum Tatzeitpunkt kurz nach Mitternacht bereits schliefen.

Bei dem Anschlag zerschellte eine mit Benzin gefüllte Flasche an einem Baugerüst. So gerieten ein Fenstersims und das Kunststofffenster in Brand. Die zweite Flasche prallte vom Gerüst ab und fiel auf den Boden. Beide Feuer erloschen. Auf die Spur der Verdächtigen kamen die Ermittler unter anderem durch die Auswertung von Mobilfunkdaten.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte den Angriff damals in scharfer Form verurteilt und die rechtsextreme NPD als „geistige Brandstifter“ bezeichnet. Zuvor hatte die NPD in Groß Lüsewitz - wie auch an anderen Orten - gegen die Unterbringung der Flüchtlinge protestiert.

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