Max-Samuel-Haus : Zwei Schicksale im schwedischen Exil

Die Initiatoren der Ausstellung Jascha Lina Jennrich, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin des Max-Samuel-Hauses, und Kurator Dr. Ulf Heinsohn vom Jüdischen Museum in Berlin, sind besonders stolz auf die Ausstellungsstücke der Zeitzeugen.
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Die Initiatoren der Ausstellung Jascha Lina Jennrich, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin des Max-Samuel-Hauses, und Kurator Dr. Ulf Heinsohn vom Jüdischen Museum in Berlin, sind besonders stolz auf die Ausstellungsstücke der Zeitzeugen.

Neue Ausstellung zeigt Leben und Schwierigkeiten jüdischer Auswanderer

Starke Eindrücke von schweren Schicksalen jüdischer Emigranten während des Zweiten Weltkrieges werden ab heute im Max-Samuel-Haus vermittelt. Die Biografien der jüdischen Exilanten Dr. Walter Gross (1899-1967) und Prof. David Katz (1884-1953), seines Zeichens Professor an der Universität Rostock, werden anhand von Fotografien und Schriftstücken wieder lebendig.

„Das Besondere an unserer Ausstellung ist in erster Linie, dass uns privates Material von Zeitzeugen durch Anneli Gross, der Tochter von Walter Gross, zur Verfügung gestellt worden ist“, sagt Jascha Lina Jennrich, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin des Max-Samuel-Hauses. Zeitzeugin Anneli Gross, die mittlerweile selbst in Rostock lebt, hatte bereits jahrelang persönliche Erinnerungsstücke der Familie, darunter Tagebücher, Rundfunkaufzeichnungen des Vaters und natürlich zahlreiche Fotos im Max-Samuel-Haus eingelagert. Als die Initiatoren der Ausstellung schließlich fragten, ob sie diese privaten Artefakte für eine Exposition zur Verfügung stellen würde, war Gross gern dazu bereit, erzählt sie. Gross selbst sieht die Ausstellung ebenso positiv wie deren Initiatoren: „Die Besucher dieser Räume sollen die Hintergründe der Schicksale von jüdischen Auswanderern aus erster Hand erfahren“, macht sie deutlich.

Die Ausstellung „Jüdisches Exil in Schweden – Licht und Schatten der Emigration 1933-1945“ wird heute Abend um 18 Uhr mit Jazzklängen und Klaviermusik im Max-Samuel-Haus eröffnet. „Insgesamt haben wir so viele Bilder, Schrift- und Erinnerungsstücke von Frau Gross erhalten, dass wir sie gar nicht alle hier zeigen können“, sagt Jennrich. „Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut“, erklärt sie weiter, „sodass die Begehung der Räume die Entwicklung und den Lebenslauf der beiden Exilanten begleitet.“ Kurator Dr. Ulf Heinsohn vom Jüdischen Museum Berlin zufolge werde Schweden als Exilland generell selten thematisiert. Grund dafür sei, dass nur ein geringer Teil der jüdischen Flüchtlinge dorthin ausgewandert sei.

„Außerdem ist es besonders interessant, die Gegenüberstellung zweier so verschiedener Autobiografien betrachten zu können“, fügt er hinzu, „denn die Schicksale von Dr. Walter Gross und Prof. David Katz verliefen sehr unterschiedlich.“ So habe David Katz in Schweden relativ schnell Fuß fassen können. Walter Gross hingegen habe keinen leichten Einstieg in die neue Heimat gefunden, erklärt Heinsohn. Auch diesen schweren Lebensweg zeigt die Ausstellung.

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