zur Navigation springen

Perspektiven für Schulabgänger verbessert : Zwei Angebote für jeden Bewerber

vom

Junge Leute in MV schätzen ihre Berufsaussichten und Zukunftsperspektiven im Land besser ein als noch vor zwei Jahren. Das ergab eine Studie des Schweriner Wirtschaftsministeriums.

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2012 | 12:19 Uhr

Rostock | Junge Leute in Mecklenburg-Vorpommern schätzen ihre Berufsaussichten und Zukunftsperspektiven im Land besser ein als noch vor zwei Jahren. Das ergab eine Studie des Schweriner Wirtschaftsministeriums. "Bei der Berufswahl richtet sich der Blick verstärkt auf heimische Unternehmen, statt gleich in die Ferne zu schweifen", sagte Minister Harry Glawe (CDU) am Montag bei der Vorstellung der Studie in Rostock. "Wir wollen um jeden jungen Menschen kämpfen, sich hier eine Zukunft aufzubauen." Basis der Untersuchung ist die zweijährige Kampagne "Durchstarten in MV" des Ministeriums, die dem künftigen Fachkräftemangel entgegenwirken soll.

Laut Umfrage schätzen knapp 60 Prozent der Regionalschüler ihre Berufsaussichten in Mecklenburg-Vorpommern als tendenziell gut ein, 35 Prozent tendierten zu einem "eher unentschieden". Dagegen sehen 34 Prozent der Gymnasiasten für sich im Nordosten gute Chancen, knapp 46 Prozent konnten ihre Situation noch nicht genau einschätzen.

Während nur 15,3 Prozent der Regionalschüler zu einem Umzug in ein anderes Bundesland entschlossen sind, wissen 30 Prozent, dass sie im Land bleiben werden. Genau umgekehrt ist das bei den Gymnasiasten, für gut 30 Prozent steht der Fortzug aus dem Land fest, während nur zehn Prozent bleiben wollen. Wie Glawe berichtete, hat sich der Ausbildungsmarkt grundlegend gewandelt. Aus der Ausbildungsplatzkrise ist ein deutliches Bewerberdefizit entstanden. "Rein rechnerisch entfallen 1,7 Angebote auf einen derzeit noch unversorgten Bewerber", betonte der Minister. Die Betriebe meldeten weiter offene Stellen, der Fachkräftebedarf wachse, sagte Glawe. Dabei müsse beachtet werden, dass landesweit der Altersschnitt in Unternehmen bei 47 Jahren liege. Die Firmenchefs müssten dafür Sorge tragen, dass junge Leute für die Zukunft der Unternehmen einen Job bekommen.

Die Industrie- und Handelskammern in MV beklagten gestern die mangelnde Ausbildungsreife der Bewerber. Dabei gehe es weniger um die klassischen Qualifikationen Rechnen oder Schreiben, sondern vor allem um Leistungsbereitschaft und Belastbarkeit, also um soziale Kompetenzen, wie der Hauptgeschäftsführer der IHK Rostock, Andreas Sturmowski, erklärte. Wie dieses Problem zu lösen ist, zeige ein Beispiel aus Kühlungsborn. Im dortigen Schulzentrum würden in Zusammenarbeit mit der IHK junge Menschen von einer Schülerfirma an das Thema Arbeitsprozesse herangeführt. Das Projekt laufe seit zehn Jahren sehr erfolgreich.

Sturmowski forderte, dass die Berufsschulen mehr Gewicht auf die Stärkung der sozialen Kompetenz legen. Ein Problem der Berufsschulen sei, dass zunehmend Fachlehrer fehlten. Ihr Unterricht könne im Krankheitsfall kaum noch ersetzt werden. Diese Probleme seien inzwischen so weitgehend, dass der IHK-Chef das duale Ausbildungssystem ebenso wie das Prädikat "Made in Germany", der Exportschlager der deutschen Wirtschaft, in Gefahr sieht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen