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24. November 2017 | 19:55 Uhr

Zum ersten Mal gezeigt: Zwei seltene Grabplatten

vom

svz.de von
erstellt am 03.Aug.2012 | 10:11 Uhr

Bad Doberan | Jahrelang haben sie verborgen unter einem Eisengitter im Münster gelegen, nun wurden sie erstmals der Öffentlichkeit präsentiert: die mitteralterlichen Mosaiktäfelchen und Inschriften der Gräber von Herzog Heinrich dem Löwen von Mecklenburg und Jutta von Anhalt aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Ein wichtiger Fund in der Geschichte mittelalterlicher Klöster. "Bisher sind mir ähnliche Grabplatten nicht bekannt", sagt Inschrift expertin Dr. Christine Magin.

Kleine Mosaiksteine reihen sich aneinander, sie zeigen Hirsche, Vögel und Blumen. Manche sind einfach nur farbig. In der Mitte sind noch Spuren eines Wappens zu sehen. Der Grabstein von Heinrich dem II. von Mecklenburg fällt auf, vor allem durch die roten Tonsteine. "Das ist eine absolute Seltenheit", sag Magin. Sie hat seit 2002 die Leitung der Arbeitsstelle Inschriften der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald inne. Anfang des Jahres hat sie mit den Forschungen rund um die beiden Grabsteine angefangen. Im Gegensatz zu den anderen 26 Platten im Bad Doberaner Münster heben sich die beiden Neuentdeckungen ab.

Laut Überlieferung habe es ursprünglich drei dieser Steine gegeben, heute sind jedoch nur noch drei zu finden. "Man kann erkennen, dass einige Stellen im 19. Jahrhundert ausgebessert und verändert wurden", sagt Magin. Wo sich die dritte Platte heute befindet, weiß Magin nicht. Auch Kustos des Münsters Martin Heider ist nicht bekannt, was mit dem Stein passiert ist.

Bei der Freilegung der beiden Steine musste der Metallrestaurator viel Kraft anwenden, denn die schweren Gitter waren fest im Boden verankert. Staub und Feuchtigkeit lagerten auf den Gräbern. Dennoch: Der Erhalt sei noch sehr gut. "Vorsichtshalber haben wir die Gräber nach der Freilegung abgesperrt", so Heider.

Inwiefern die Platten den bisherigen Stand der mittelalterlichen Kunstgeschichte beeinflussen können, sei laut Magin noch unklar. "Die Forschung ist in diesem Bereich noch nicht so weit. Es gibt viel aufzuholen", sagt sie. Generell sei das Bad Doberaner Münster noch wenig erforscht. Derzeit arbeitet Magin noch in Stralsund und untersucht dort die Inschriften. 2016 soll dazu ihre Publikation erscheinen. Ob sie sich dann mit dem Münster beschäftigt, weiß sie noch nicht. "Ich würde es gerne versuchen."

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