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Angeklagter bestreitet Vorwürfe : Zuhälter-Prozess in Rostock begonnen

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30-jähriger Rumäne soll 23-Jährige zur Prostitution gezwungen und sie mit dem Tode bedroht haben - Angeklagter bestreitet Vorwürfe

svz.de von
erstellt am 30.Jun.2017 | 12:22 Uhr

Vor dem Rostocker Landgericht hat am Freitag der Prozess gegen einen 30-jährigen Rumänen wegen gewerbsmäßigen Menschenhandels zur Ausübung der Prostitution, Zuhälterei und Körperverletzung begonnen. Die Staatsanwaltschaft Rostock legt dem angeklagten Gabriel S. zur Last, die 23-jährige rumänische Geschädigte 2014 nach Deutschland geholt und sie im Zeitraum von Januar 2014 bis August 2015 in Kassel, Frankfurt am Main, Dessau und Rostock zur Prostitution gezwungen zu haben.

Mehrmals, so die Anklage der Staatsanwältin, habe der Angeklagte die Geschädigte auch körperlich durch Schläge insbesondere ins Gesicht misshandelt. In einem Fall soll die Geschädigte vom 30-jährigen Beschuldigten in ein Auto gezerrt und dort eine Stunde lang mit Faustschlägen ins Gesicht traktiert worden sein. Vorher habe sie ihren Willen bekundet, der Prostitution nicht mehr nachgehen zu wollen. In Rostock soll die Geschädigte durch den Angeklagten gezwungen worden sein, in einer Modellwohnung im Groß Kleiner Taklerring der Prostitution nachzugehen. Die Einnahmen habe sie an den Angeklagten abgegeben müssen. Nachdem dieser der 23-Jährigen damit drohte sie umzubringen, wenn sie nicht weiter der Prostitution nachginge, habe sie sich an die Polizei gewandt.

Der Angeklagte, der sich seit Ende Dezember 2016 in Untersuchungshaft befindet, wurde heute Vormittag mit Fußfesseln in den Gerichtssaal gebracht. Bei der Vorführung lächelte er arrogant, wenig später brach er vor dem Richter in Tränen aus. In seiner Einlassung wies der Angeklagte alle Vorwürfe als "nicht zutreffend" zurück. Er habe die 23-Jährige weder zur Prostitution gezwungen noch geschlagen oder in irgendeiner anderen Form Gewalt angewendet. Die Zahlungen von der 23-Jährigen an den Angeklagten in Höhe von etwa 400 Euro monatlich seien freiwillig erfolgt und sollten für einen gemeinsamen Umbau des Elternhauses des Beschuldigten in Rumänien genutzt werden. Er habe sich in die junge Frau verliebt, beide sollen ein Paar gewesen sein.

Die Vernehmung der 23-jährigen geschädigten Ionela-Ruxanda H. wurde auf Antrag der Nebenklägervertreterin Beate Falkenberg unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt. Der Prozess wird am kommenden Mittwoch fortgeführt.

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