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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. Oktober 2017 | 12:14 Uhr

Vereinsserie : Züchter brauchen Nachwuchs

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocker Verein erzielt Erfolge mit Taubenrassen, doch für die Zukunft werden auch jüngere Mitglieder gesucht

Weltweit werden 850 Taubenrassen in durchschnittlich je zehn Farbschlägen gezüchtet. Dr. Karl Studier, seit 15 Jahren Vorsitzender des Rostocker Rassetaubenzüchtervereins 1956, beschäftigt sich von Kindesbeinen an mit Tauben. Heute züchtet der 74-jährige Deutsche Schautippler, schwarzgetigert, sowie Wiener Tümmler, farbgestorcht in gelb und rot. Für seine Tümmler wurde er im vergangenen Jahr in Leipzig mit dem Titel Deutscher Meister ausgezeichnet. Die Ehrung als Landesmeister erhielt er bereits fünf Mal. „Solch eine Auszeichnung ist wie das Salz in der Suppe. Denn wenn man züchtet und ausstellt, möchte man auch Erfolge erzielen“, gesteht der Diplom-Landwirt, der derzeit 80 Tauben, darunter 19 Zuchtpaare, sein Eigen nennt.

Der Rostocker Rassetau-benzüchterverein zählt 31 Mitglieder. Darunter sind nicht nur zwei dänische Freunde, sondern seit Kur-zem auch zwei Jugendliche, die den Altersdurchschnitt auf etwa 60 Jahre gesenkt haben. „Es ist gar nicht so leicht, junge Mitstreiter zu gewinnen. Selbst wenn Interesse besteht, mit der Ausbildung anderswo bleibt das Hobby auf der Strecke. Zudem werden die Bedingungen für Züchter nicht einfacher, sodass deren Zahl bundesweit immer weiter zurückgeht“, bedauert Studier.

An seiner Seite hat der Dummerstorfer Walter Schulz, der als Stellvertre-ter aktiv ist und als Schüler mit der Zucht begonnen hat. Heute beschäftigt er sich erfolgreich mit einer seltenen Rasse, dem Stralsunder Hochflieger, der ursprünglich auf bestimmte Flugbilder gezüchtet worden ist. „Da unsere Tauben angesichts hungriger Habichte und anderer Raubvögel fast ausschließlich in Volieren gehalten werden, sind die eigentlichen Flugeigenschaften nicht mehr richtig ausgebildet“, bedauert Schulz. Dennoch, so der 68-Jährige, macht das zeitintensive Hobby viel Spaß. Auch die Arbeit und die Geselligkeit im Verein möchte er nicht missen.

Gern erinnern sich die Männer an die Feierlichkei-ten zum 60. Vereinsgeburtstag im März und an die jährliche Ostseerassetaubenschau, die als Höhepunkt eines jeden Jahres seit 1958 im Januar im alten Fährhaus in Gehlsdorf stattfindet. „Wer sich für Tauben interessiert, ist in unserem Verein sehr willkommen. Mit Rat und Tat können wir Unterstützung geben“, versichert der Vereinsvorsitzende Studier.

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