Treffen : „Zoos spielen eine Vorreiterrolle“

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Tagung der Deutschen Fördervereine: Der Rostocker Vorsitzende Mirko Strätz erklärt, wie Bildung vermittelt und unterstützt wird

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25. September 2015, 12:00 Uhr

Heute reisen Zoo-Förderer aus ganz Deutschland an, um auf Einladung des Rostocker Zoo-Vereins in einen regen Austausch zu treten. Das Thema der Tagung: Bildung im Zoo und wie Unterstützervereine dieses Anliegen begleiten können. Die Gemeinschaft Deutsche Zoo-Förderer kommt alle zwei Jahre zusammen. 54 darin vertretende Vereine repräsentieren rund 65 000 Mitglieder. Anlässlich seines 25. Jubiläums ist dieses Mal der Rostocker Verein Gastgeber. NNN-Redakteurin Juliane Hinz sprach mit dem Vereinsvorsitzenden Mirko Strätz über Bildung in Zoos, die Bedeutung der Fördervereine und aktuelle Projekte in Rostock.

Nach Ihrer Einschätzung, Herr Strätz, welche Rolle spielen Fördervereine für Zoos?

Strätz: In der heutigen Zeit spielen sie eine große Rolle gerade in Bezug auf die Außenwirkung und die Meinungsbildung in der Gesellschaft. Aber auch vor dem Hintergrund der schwindenden finanziellen Möglichkeiten der Kommunen, die oft Träger der Zoos sind, kommt den Fördervereinen eine wachsende Bedeutung zu in den Bereichen Finanzen, Förderung und beim Bau neuer artgerechter Anlagen.

Wie lebendig ist diese Förderkultur heute? Gibt es regionale Unterschiede?

Die Besucherzahlen in ganz Europa zeigen, dass das Interesse für Zoos groß ist. Viele Menschen in Städten haben ja kaum noch eine andere Möglichkeit, Tiere kennenzulernen und mit ihnen direkt in Kontakt zu kommen. Da wächst auch der Wunsch der Menschen, diese Zoos zu unterstützen. In Rostock, auch wenn wir ein kleiner Verein sind, verzeichnen wir gerade in den letzten Jahren stetig steigende Mitgliederzahlen. Diese Entwicklung lässt sich so in ganz Deutschland beobachten. Obwohl die finanzielle Ausstattung und die Unterstützung aus der Wirtschaft in Mecklenburg lange nicht so groß ist wie in Regionen, die wirtschaftlich stärker sind.

Der Rostocker Zoo-Verein feiert sein 25. Jubiläum in diesem Jahr. Auch ein Anlass, Bilanz zu ziehen. Wie würden Sie die Entwicklung des Vereins einschätzen?

In den letzten zehn Jahren hat sich die Mitgliederzahl verdoppelt. Das hat dazu geführt, dass wir finanziell besser aufgestellt sind und den Zoo besser fördern können. Zu sehen ist das bei verschiedenen Projekten, die wir umsetzen konnten wie die Anlage für die Wapitis oder die für die Antilopenziesel im Darwineum, die wir finanziert haben. Aktuell betrifft dies das demnächst zu eröffnende Zwergflusspferdhaus, das wir finanziell und mit einem Arbeitseinsatz unterstützt haben. Außerdem zu nennen ist der Umbau des Cafés Tordalk in eine Vogelvoliere.

Wann sollen die Zwerg-Hippos denn kommen?

Planmäßig Anfang Oktober. Und das Projekt ist auch so weit gediehen. Zum Zoo-Fest hatten wir die ersten Begehungen. Die Arbeiten am Haus sind beinahe abgeschlossen und die Außenanlage wird im nächsten Frühjahr fertiggestellt.

Wie viele Flusspferde ziehen ein?

Zwei, ein Pärchen. Die Hoffnung, dass dann bald Nachwuchs kommt, ist groß.

Und das Café wird umgebaut zu einem Gehege?

Da sind wir dabei. Zum einen soll es ein Winterquartier für Vögel werden. Unser großes Ziel ist es zum anderen, eine begehbare Voliere im Vorderbereich einzurichten, wo unsere Truthahngeier und andere Vögel eine Heimstatt finden.

Das Thema der Tagung ist Bildung. Welche Rolle spielen Zoos als Bildungsträger und wie unterstützen die Zoo-Vereine die Einrichtungen dabei?

Das Thema haben wir bewusst ausgewählt, denn gerade der Rostocker Zoo hat sich die Bildung als eine seiner Säulen ganz groß auf die Fahne geschrieben. Ich halte es in Zeiten, da sich die Menschen immer mehr der Natur entfremden, für ganz wichtig, dass Aufklärungsarbeit betrieben wird. Insbesondere auch im Hinblick auf den Artenschutz. Zoos spielen eine ganz wichtige Vorreiterrolle dabei, die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren. Als Zoo-Verein versuchen wir, uns da mit einzubringen. Zum einen machen wir das durch die Besucherbetreuung im Darwineum, bei der wir mit Hintergrundinformationen versuchen, die Menschen für den Artenschutz und den Erhalt des natürlichen Lebensraumes der Tiere zu gewinnen. Zum anderen machen wir das auf Basis der Schülerbildung. Vereinsmitglieder, die ehemalige Zoo-Pädagogen sind, bringen sich da ganz stark ein. Wir organisieren monatliche Veranstaltungen und Sonntagsführungen. Die Palette ist breit.

Wie bleiben die Vereinsmitglieder thematisch fit? Bilden sie sich weiter?

Wir haben einige Mitglieder, die früher und heute beruflich mit dem Thema zu tun hatten und haben. Und wir versuchen, unsere Mitglieder weiterzubilden – insbesondere diejenigen, die engagiert im Zoo arbeiten.

Was hoffen Sie, von der Tagung mitzunehmen?

Ganz wichtig ist der Erfahrungsaustausch. Was machen andere Vereine anders und möglicherweise besser? Man bringt Ideen und Konzepte mit. Die lassen sich nicht immer eins zu eins im eigenen Zoo umsetzen, aber vielleicht so ähnlich.

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