Tierisch : Seltener Nachwuchs im Rostocker Zoo geschlüpft

Ausgewachsene Auerhähne erreichen eine Spannweite von 1,20 Metern. Davon sind die Rostocker Küken noch weit entfernt. Ab sofort sind die Kleinen im Zoo für alle Besucher zu sehen.
Ausgewachsene Auerhähne erreichen eine Spannweite von 1,20 Metern. Davon sind die Rostocker Küken noch weit entfernt. Ab sofort sind die Kleinen im Zoo für alle Besucher zu sehen.

Gleich neun Küken der gefährdeten Auerhühner sind in der Eulenscheune zu sehen. Aufzucht ist Herausforderung für Tierpfleger.

von
26. Juli 2020, 13:00 Uhr

Rostock | Flauschigen und zugleich seltenen Nachwuchs können Besucher derzeit im Rostocker Zoo entdecken. Wie der Zoologische Garten am Freitag mitteilte, haben die Auerhühner Zuwachs bekommen. Gleich neun Küken sind am 25. Juni geschlüpft.

Bereits seit 2004 leben Auerhühner im Zoo. 2008 gab es dort das erste Küken zu bewundern. Dieses Jahr kam dann die große Überraschung, die für die Tierpfleger zugleich eine Herausforderung darstellt. "Nachwuchs bei den Auerhühnern gelingt sehr selten, die Aufzucht hinter den Kulissen gestaltet sich schwierig", sagte Juniorkurator Markus Klamt am Freitag.

"Umso mehr sind wir erfreut, dass sich unsere neun Küken so gut entwickelt haben und nun umziehen konnten", so Klamt. Diese können Zoobesucher in der Eulenscheune sehen.

Lesen Sie auch: Neue Tierart zu bestaunen

Größter Hühnervogel Europas stark vom Aussterben bedroht

Laut dem Juniorkurator brauchen die Küken viel Futter und müssen dabei sehr sauber gehalten werden. Während sich erwachsene Tiere im Sommer hauptsächlich von Blättern, Beeren, Grassamen sowie Sprösslingen und im Winter von Nadeln ernähren, bekommen die Küken hingegen Kräuter, Grassoden, Insekten, Blätter von Brennnesseln und Löwenzahn sowie Insektenschrot, Aufzuchtfutter und klein geschnittenes Gemüse.

Die Küken brauchen viel Futter und müssen dabei sehr sauber gehalten werden.
Carina Braun/Zoo Rostock
Die Küken brauchen viel Futter und müssen dabei sehr sauber gehalten werden.


Das Auerhuhn ist ein großer, wildlebender und sehr scheuer Waldvogel, der früher vom westlichen Schottland über ganz Nordeuropa bis nach Zentralsibirien anzutreffen war, so der Zoo. Inzwischen sind die Bestände stark zurückgegangen. Die Hühnervögel aus der Familie der Fasanenvögel gelten als stark gefährdet und stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. In Deutschland leben laut Schätzungen nur noch um die 1000 Tiere.

Ebenfalls interessant: NNN übernehmen Tierpatenschaft für seltene Nyalas

Küken folgen Eltern auf Schritt und Tritt

Die Männchen haben ein metallisch glänzendes Gefieder, die Weibchen sind bräunlich und weiß gestreift. Auerhuhnküken sind anfangs ähnlich gefärbt wie die Hennen. Später entwickeln die Hahnenküken ein zunehmend dunkleres Gefieder und sind dann auch schon deutlich größer als die Hennenküken.

Auerhuhneier entsprechen in Größe und Form in etwa Hühnereiern, sind aber meist braun gefleckt. Nach dem Schlüpfen sind sie wie alle Hühnervögel Nestflüchter und folgen ihren Eltern auf Schritt und Tritt.

In vielerlei Hinsicht unterscheiden sie sich als Wildhuhn vom bekannten Haushuhn. Als tagaktive sogenannte Raufußhühner sind sie beispielsweise sehr gut an kalte Lebensräume angepasst. Die Nasenlöcher sind durch Federn geschützt und die Beine zu zwei Dritteln befiedert.

Lesen sie auch: Rostocker Zoo bereitet sich auf Besucheransturm vor

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen