Mit Video: Rostocker Zoo : Das Gorillababy ist da

Nachwuchs bei den Gorillas: Yene kuschelt mit ihrem Baby im Darwineum, während Eyenga (l.) neugierig den Neuankömmling begutachtet.
Nachwuchs bei den Gorillas: Yene kuschelt mit ihrem Baby im Darwineum, während Eyenga (l.) neugierig den Neuankömmling begutachtet.

Muttertier Yene bringt am Montag Nachwuchs zur Welt. Es ist die erste Gorillageburt in der Geschichte des Rostocker Zoos.

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20. März 2020, 14:19 Uhr

Rostock | Es gibt freudige Babyneuigkeiten aus dem Rostocker Zoo. Gorillaweibchen Yene hat am Montagfrüh ein gesundes Jungtier zur Welt gebracht, informierte Zookuratorin Antje Angeli am Freitag. "Aktuell gehen wir davon aus, dass es ein Mädchen ist. Auf jeden Fall ist es ein kräftiges Baby mit großem Durst." Es ist die erste Gorillageburt im 121 Jahre alten Zoo Rostock.

Am Tag der Geburt hielt sich das 19 Jahre alte Gorillaweibchen Yene mit der ganzen Gruppe im geschützten Bereich der Tropenhalle auf. Gegen 9.50 Uhr hätten die Tierpfleger eine größere Menge Blut entdeckt, offenbar war die Fruchtblase geplatzt, teilt der Zoo mit. "Wir waren während des gesamten Geburtsvorganges vor Ort, auch um bei möglichen Komplikationen einschreiten zu können", berichtet Tierpfleger Tobias Pollmer, Stellvertretender Bereichsleiter im Darwineum.


Mutter und Kind sind wohlauf

Das 15-jährige Gorillaweibchen Eyenga sei während der Wehen unentwegt an Yenes Seite gewesen und habe alles ganz genau beobachtet. Der Rest der Gruppe hielt sich jedoch im gebührenden Abstand zurück. "Um 10.45 Uhr wurde das Jungtier geboren und von allen, außer vom Papa Kwame, interessiert begutachtet", so der Menschenaffenpfleger. "Mutter und Baby sind wohlauf, sie ziehen sich noch gern zurück und ruhen viel. Wir sind sehr glücklich, zumal Yene ja vor einem Jahr eine Totgeburt zu verkraften hatte."

Da der Zoo aufgrund der aktuellen Lage angesichts der Corona-Pandemie für Besucher geschlossen ist, ist es auch im Darwineum recht ruhig geworden. Das würden auch die Menschenaffen spüren, so der Zoo. Neumutti Yene hat derzeit allerdings eh nur Augen für ihr Baby. Yene ruhe und schlafe viel, bewege sich noch recht wenig und bevorzuge den rückwärtigen Bereich.

Kurz nach der Geburt gelang Tierpfleger Tobias Pollmer das erste Foto vom ersten Gorillababy im Zoo Rostock.
Rostock/Tobias Pollmer
Kurz nach der Geburt gelang Tierpfleger Tobias Pollmer das erste Foto vom ersten Gorillababy im Zoo Rostock.


"Neben den normalen Mahlzeiten für alle bekommt sie ab und an ein paar Snacks zugesteckt, damit sie sich nicht so viel bewegen muss. Das sind beispielsweise gekochte Kartoffeln, Paprika und Gurke. Diese Sachen mag sie sehr gern", verrät Pollmer.

Auch Silberrücken Assumbo ist sehr führsorglich

Meistens sitzt eines der anderen Weibchen, Eyenga oder die ebenfalls trächtige Zola (11), bei der Mutter und passt auf. Auch Silberrücken Assumbo (46) verhält sich fürsorglich und sucht die Nähe. Bei Lauten des Babys sei er sehr wachsam und kontrolliere die Umgebung. "Nur der junge Vater Kwame (8) bewegt sich aktuell eher am Rand der Gruppe und zeigt kein bis sehr wenig Interesse an dem Neugeborenen", so die Zookuratorin.

"Das Gorillamädchen wird zurzeit etwa zwei Kilogramm wiegen. Rund zwei Jahre werden Gorillajungtiere gesäugt. Mit dem Verlauf der ersten Tage sind wir sehr zufrieden."

Yenes Nachwuchs ist die erste Gorillageburt in der Geschichte des Rostocker Zoos.
Gorillageburt Zoo Rostock
Yenes Nachwuchs ist die erste Gorillageburt in der Geschichte des Rostocker Zoos.


Dritte Geburt wird quasi täglich erwartet

Yene ist das zweite Affenweibchen, das dem Zoo innerhalb kürzester Zeit Nachwuchs bescherte. Erst am 15. Februar brachte Orang-Utan-Mutter Sunda einen gesunden Jungen zur Welt. "Beiden geht es hervorragend. Sie haben inzwischen auch häufiger Kontakt zu Miri und Ejde, was bisher recht problemlos verlief. Sunda kümmert sich rührend um ihren Sohn und legt so langsam ihre Scheu ab", so Angeli.

In den kommenden Tagen wird die zweite Gorilla und dritte Affengeburt im Zoo erwartet. "Zolas Bauch ist kugelrund. Sie erfreut sich bester Gesundheit, anstrengend scheint es allerdings schon zu sein", so Pollmer.

Unterdessen läuft noch die Abstimmung zu den drei Namensvorschlägen für den kleinen Orang-Utan-Jungen. Zur Auswahl stehen Bayu, Gede oder Keenam. Auf der Zooseite www.zoo-rostock.de kann jeder bis zum 14. April für seinen Favoriten abstimmen. Dort sollen in Kürze auch Videoaufnahmen über die Entwicklung der Rostocker Affenbabys gezeigt werden.

Papa Kwame zeigt noch nicht wirklich Interesse an seinem Nachwuchs.
Zoo Rostock/Carina Braun
Papa Kwame zeigt noch nicht wirklich Interesse an seinem Nachwuchs.


Besucher sollen Nachwuchs per Videotagebuch sehen können

Aktuell leben jeweils zwei Gorilla- und Orang-Utan-Gruppen im Darwineum mit insgesamt 18 Tieren: acht Gorillas und zehn Orang-Utans.

Groß war die Freude auch bei den Stadtwerken Rostock. "Die Geburt des kleinen Gorillas ist eine wunderbare Botschaft: Im Rostocker Zoo wächst neues Leben heran. Alles Gute, liebes Patenkind!", sagte Ute Römer, Vorstand der Stadtwerke.

"Natürlich ist es bedauerlich, dass eines der schönsten Ereignisse überhaupt für einen Zoo, eine Gorillageburt, in eine Zeit fällt, in der Menschen ganz andere Sorgen haben und der Zoo geschlossen ist. Wir planen deshalb, soweit angesichts der gegenwärtigen Situation möglich, unsere Besucher regelmäßig in Form eines Videotagebuches über den jüngsten Nachwuchs im Zoo auf dem Laufenden zu halten", kündigte die Zookuratorin an.

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