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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. Oktober 2017 | 00:45 Uhr

Ausbau : Zoo-Konzept heiß diskutiert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Anwohner befürchten Wegfall von Waldflächen zugunsten neuer Attraktionen.

Die jüngst bekannt gewordenen Pläne des Rostocker Zoos, sein Wirtschaftsgebiet rund um das Darwineum weiter in den Barnstorfer Wald auszudehnen, stoßen bei vielen Anwohnern auf Ablehnung. Als Stadtplaner Oliver Köppen kürzlich die Fortschreibung des Rahmenplans Barnstorfer Tannen im Ortsbeirat Gartenstadt/Stadtweide präsentiert hat, wurde klar: Der Zoo sieht in einer räumlichen Erweiterung in westliche Richtung die Chance, einen Themenzoo zu entwickeln – so heißt es in dem Entwurf. Der Plan zeigt die Idee eines Afrikaneums mit Savanne und Giraffen, Platz für Braunbären, Wölfe und einem Naturlehrpfad in der Nähe des Darwineums.

Zur Beiratssitzung am Donnerstag war kein Vertreter des Rostocker Zoos um Direktor Udo Nagel anwesend, um die Pläne zu erklären. Viele Rostocker machten ihrem Ärger dennoch Luft: Bereits zur Entstehungszeit des Darwineums habe man schmerzlich in Kauf nehmen müssen, kostbare Flächen des Naherholungsgebiets für die Hansestädter zu verlieren. Eine Bürgerinitiative für den Erhalt der Barnstorfer Tannen hatte versucht, den Bau zu verhindern – erfolglos. „Damals hat man uns versprochen, dass das die letzte Erweiterung sein würde“, sagt der Ortsbeiratsvortsitzende Armin Zimmermann (Linke).

Die Ausdehnung des Zoos sei mit 56 Hektar jetzt schon völlig unverhältnismäßig, meint ein Anwohner – unverständlich, dass jetzt noch mehr des Stadtwaldes eingezäunt werden solle. „Darf ich dann künftig nur noch für 16 Euro Eintritt in den Barnstorfer Wald gehen“, fragt er. „Fakt ist, dass auch bisher nicht eingezäunte Flächen der Barnstorfer Tannen bis zur Westtangente nach geltendem Erbbaurecht durch den Zoo von der Hansestadt gepachtet sind, gibt Ortsbeiratsmitglied Peter Drecoll (SPD) zu bedenken. Die Verantwortung für dieses Gebiet liege also beim Zoo.

In den Augen von Anwohner Klaus Brosemann liegt das Problem vor allem in der fehlenden Aufklärung. „Erst das Darwineum, dann das Polarium, jetzt ist auch noch die Rede von einem Afrikaneum… Es kommen immer neue Bausteine hinzu. Was wir wollen, ist ein richtiges langfristiges Konzept, um zu sehen, welche Idee der Zoo hat“, sagt der Gartenstädter. Dem Vorschlag will der Ortsbeirat nachkommen und Zoo-Direktor Udo Nagel einladen, um dort sein Konzept zu erklären.

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