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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 16:58 Uhr

Geburtstag : Zoo-Direktor Udo Nagel wird 60

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Sein Leben hat er auf seine Tiere ausgerichtet. Morgen steht einmal er im Mittelpunkt.

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2014 | 13:00 Uhr

Die Tiere lassen Udo Nagel nicht mehr los. Schon in seiner Kindheit war der Direktor des Rostocker Zoos von Haus- und Hoftieren umgeben. „Hat man einmal mit ihnen zu tun, ist man wie infiziert“, sagt er. Er übt seinen Beruf deswegen nicht nur aus: Er lebt und liebt ihn. Morgen begeht der Zoo-Direktor seinen 60. Geburtstag. Aber schon heute feiert der Jubilar mit Freunden und Kollegen seinen Ehrentag bei einem Festempfang in der ehemaligen Elefantenlodge vor. Geschenke möchte er nicht: „Aber wer etwas geben möchte, den bitte ich um eine Spende für die Eisbären.“

Seinen eigentlichen Ehrentag am Sonnabend feiert Zoo-Direktor Nagel im Kreise seiner Familie und mit vielen Zoo-Direktoren, mit denen er sich über die Jahre angefreundet hat. „Es kommen Zoo-Direktoren aus Polen, Tschechien, Österreich und Lettland“, zählt Nagel auf.

Seit 1992 leitet er die Geschicke des Rostocker Zoos. Der Jubilar blickt auf eine bewegte Zeit zurück. „Nach der Wende habe ich den Zoo um viele Klippen geführt und führe heute ein recht passables Unternehmen“, sagt Nagel. Dabei betont er, dass er viele Projekte ohne seine fleißigen Mitarbeiter nicht hätte umsetzen können. Zu seinen großen Leistungen zählt die Erschaffung eines neuen Lebensraums für die Menschenaffen – das Darwineum. Bescheiden sagt er: „Es ist nur eins von vielen Projekten.“ Aber mit der Tropenhalle und der dazugehörigen Evolutionsausstellung hat Nagel zusammen mit seinem Team die Weichen für die Zukunft gestellt. Moderne Tierhaltung wird dort mit anschaulicher Wissensvermittlung verbunden. Nagel gibt zu, dass er sich nicht immer sicher war, dass das Darwineum zum Erfolg wird: „Zwischenzeitlich kommen einem schon heimlich Zweifel, ob es bei den Leuten ankommt.“ Seit der Eröffnung ist jedoch klar: Der Erfolg gibt Udo Nagel Recht. „Unser Konzept geht 100-prozentig auf“, sagt er.

Am Ende seiner Pläne ist der Zoo-Direktor jedoch noch lange nicht. Bis zum Ruhestand möchte er aus dem Rostocker Tierpark einen europaweit einzigartigen Evolutions- und Bionik-Zoo machen. Durch die Kombination von Wissensvermittlung auf Museumsniveau und dem Erleben von lebenden Tieren sollen die Besucher die Biologie der Tiere künftig noch besser verstehen können. Einen Großteil dazu beitragen soll das geplante Polarium – eine großflächig angelegte Anlage für die Eisbären und Pinguine. Sie soll in den nächsten zwei bis drei Jahren entstehen.

Angefangen als Tierpfleger bei den Raubkatzen ist der diplomierte Landwirt seit 35 Jahren mit dem Zoo buchstäblich verheiratet. „Ich habe 24 Stunden Rufbereitschaft, daher steht meine Familie an zweiter Stelle“, sagt Nagel. Doch das soll sich in den kommenden Jahren ändern. Der Jubilar hat sich vorgenommen, mehr Zeit mit seiner aus Lettland stammenden Frau Ieva, seinen Kindern und Enkelkindern zu verbringen. Außerdem möchte er gern auch mal privat wieder Tiere zu Hause halten. „Tiere brauchen viel Zeit, und die ist momentan noch nicht da“, sagt Nagel. Irgendwann möchte er sich aber ein Aquarium anschaffen. „Als kleiner Junge habe ich mal eins gehabt“, fügt er hinzu. Das neue soll ganz besondere Fische beherbergen. Irgendwann, träumt Udo Nagel, möchte er mit seiner Frau ein Kinderbuch über Tiere schreiben – aber erst im Ruhestand.

 

 

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