zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2017 | 14:20 Uhr

Kehrwieder : Zoff um Verzögerung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Amt für Stadtentwicklung fordert nach fünf Jahren Pause Veränderungssperre für KTV-Gebiet. B-Plan soll erst Ende 2017 fertig sein

svz.de von
erstellt am 12.Feb.2016 | 05:00 Uhr

Eigentlich sollten die Voraussetzungen für neue Wohn- und Geschäftshäuser zwischen Friedrichstraße, Patriotischem Weg, Kehrwieder und L 22 längst geschaffen sein. Doch der dafür benötigte Bebauungsplan der Stadt fehlt noch immer – obwohl die Bürgerschaft den Aufstellungsbeschluss bereits im Oktober 2011 gefasst hatte. Jetzt will das Amt für Stadtentwicklung eine Veränderungssperre verhängen, bis der Plan fertig ist. Demnach dürften die Grundstückseigentümer zwei Jahre lang keine Neu- und Umbauten vornehmen oder die Nutzung ändern.

Beim Ortsbeirat der Kröpeliner-Tor-Vorstadt sorgt das für Ärger: „Wir haben dieses B-Planverfahren schon vor fünf Jahren vorgestellt bekommen, auch mit Wirkung auf die dort Ansässigen – es wundert mich, dass bislang noch nichts passiert ist“, sagt Matthias Siems (SPD). Grundsätzlich sei es richtig, den Bauherren über das Instrument Bebauungsplan Vorgaben bei der Gestaltung an die Hand zu geben, findet Andrea Krönert (Grüne). Aber „das ist ein wichtiges Gebiet, es darf nicht noch mal zwei Jahre dauern“. 2011 hatte ein Bremer Privatinvestor Teile des Areals erworben, um dort Wohnungen und Geschäftsgebäude zu errichten. Ziel der Stadt waren vier- bis fünfgeschossige Bauten in Richtung L 22, um Lücken zu schließen und eine klare Kante zu schaffen. Jetzt, so Monika Fritsche vom Amt für Stadtentwicklung, „gibt es Bauanträge, die dieser städtebaulichen Idee zuwiderlaufen“. Der neue B-Plan soll auch die Zufahrt ins Gebiet neu regeln. Statt über die Hauptstraße Warnowufer soll sie künftig über die Straße Kehrwieder erfolgen. Vor Ort befinden sich neben Wohnungen insbesondere Autohäuser, Werkstätten und fahrzeugbezogene Dienstleistungen.

Silke Schwandt vom Amt für Stadtentwicklung macht die personelle Ausstattung der Verwaltung für die lange Verzögerung verantwortlich. „Es hat eine Weile gedauert, weil wir andere Prioritäten gesetzt haben“, sagt sie. So hätten Bebauungspläne für deutlich größere Gebiete mit Potenzial für mehr Wohnraum den Vorzug erhalten. Derzeit arbeitet das Amt an 50 B-Plänen.

Für das Verfahren in der KTV ist Schwandt seit November zuständig. Seitdem sei es wiederbelebt worden, sagt sie: „Unter der Voraussetzung, dass keine unvorhergesehenen Verzögerungen eintreten, ist mit einem entsprechenden Satzungsbeschluss bis zum Ende des Jahres 2017 zu rechnen.“ Die Veränderungssperre sei notwendig, um nicht vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Sie betont, dass die Grundstückseigentümer der Gewerbeeinrichtungen zu jeder Zeit aktiv eingebunden worden seien. Auch jetzt würden mit ihnen Gespräche geführt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen