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Hafen-Entwicklung in Rostock : Zoff um Seekanal-Vertiefung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocker Projekt findet nur in abgespeckter Form Aufnahme in den Entwurf des Bundesverkehrswegeplans.

von
erstellt am 02.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Mit der Aufnahme der Seekanal-Vertiefung in den jüngst vorgestellten Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 hat Rostock nur einen Teilerfolg erzielt. „Die Variante ist nicht unser Favorit“, stellt Holger Brydda, Chef des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund, in Übereinstimmung mit der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock klar. Statt der gewollten Vertiefung auf 16,50 Meter für Schiffe mit 15 Metern Tiefgang sieht der Entwurf nur noch eine Vertiefung auf 15,80 Meter vor.

„Wieso gerade diese Variante Eingang gefunden hat, wissen wir nicht“, sagt Brydda. Allerdings sei sie mit veranschlagten 69,3 Millionen Euro deutlich günstiger, als das 100 Millionen Euro teure Szenario bei 16,50 Metern Tiefe. Konkurrent Danzig verfügt bereits über diesen Wettbewerbsvorteil. „Das ist die maximale Tiefe, die in der Ostsee zu verantworten ist“, sagt der Amtsleiter. Mehr sei ausgeschlossen. Insgesamt hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund drei Szenarien untersucht, zwei davon eingehender.

Wie wichtig das Vorhaben ist, betont auch Klaus-Dieter Peters, Präsident des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS). Er sagt: „Die Anbindungen deutscher Seehäfen sind für die deutsche und europäische Wirtschaft von großer Bedeutung.“ Der Verband werde den 200 Seiten starken Verkehrswegeplan jetzt darauf prüfen, ob die Zusagen der Bundesregierung aus den vergangenen Jahren eingehalten wurden. „Wir erwarten im nächsten Schritt, dass die Hinterlandanbindungen und seewärtigen Zufahrten zügig ausgebaut werden“, sagt ZDS-Hauptgeschäftsführer Daniel Hosseus.

Jens Rademacher, Präsident der Rostocker Industrie- und Handelskammer, begrüßt generell die Aufnahme der Seekanal-Vertiefung in den Bundesverkehrswegeplan. Das sei eine wichtige Voraussetzung für die künftige Entwicklung des Hafens. Zugleich ruft er die lokalen Unternehmen auf, sich aktiv in die laufende sechswöchige Beteiligungsphase einzuschalten: „Es ist sehr wichtig, dass vonseiten der Wirtschaft die Bedeutung und der Bedarf für die einzelnen Projekte mit unterstützenden Argumenten deutlich gemacht werden.“ Das gelte auch für die im Plan berücksichtigten Ortsumgehungen Mönchhagen und Bergen, mit denen Stauschwerpunkte beseitigt würden. Dass das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 1, der Ausbau der Bahnstrecke Lübeck–Rostock–Stralsund, zum Großteil aufs Abstellgleis geschoben worden sei, kritisiert Rademacher stark. Er fordert einen durchgängigen Ausbau für Tempo 160.

Insgesamt sieht der Bundesverkehrswegeplan jährlich 15 Milliarden Euro Investitionen vor. Nach MV fließen nach Angaben der SPD allerdings nur etwa 700 Millionen Euro, und das in 15 Jahren.

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