Ärger in der Rostocker KTV : Zoff um Bauvorhaben auf dem Gelände der Ex-Neptun-Werft

Die ehemalige Produktionshalle in der Kurt-Dunkelmann-Straße 3 soll zu einem Büro- und Geschäftshaus umgebaut werden. Allerdings sind dafür einige Ausnahmegenehmigungen nötig – das stößt dem Ortsbeirat sauer auf.
Die ehemalige Produktionshalle in der Kurt-Dunkelmann-Straße 3 soll zu einem Büro- und Geschäftshaus umgebaut werden. Allerdings sind dafür einige Ausnahmegenehmigungen nötig – das stößt dem Ortsbeirat sauer auf.

Ortsbeirat kritisiert wiederholte Ausnahmegenehmigungen vom B-Plan: „Dann brauchen wir keine Beteiligung.“

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08. März 2016, 12:00 Uhr

„Wir sehen es nicht ein, dass immer wieder gegen Bebauungspläne verstoßen wird“, sagt Matthias Siems (SPD) vom Ortsbeirat der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Deswegen lehnt das Gremium das neueste Vorhaben der Neptun Immobilien GbR ab. Das Rostocker Unternehmen will die alte Produktionshalle in der Kurt-Dunkelmann-Straße 3 zum Büro- und Geschäftshaus umbauen.

In der Vergangenheit seien im Neubaugebiet rund um die ehemalige Neptun-Werft schon zu viele Ausnahmegenehmigungen erteilt worden. Das betrifft beispielsweise die zulässige Gebäudehöhe oder auch ihre Breite. Die Erker der neuen Geschäftsstelle der WG Marienehe in der Hellingstraße etwa hatten die ursprünglich festgesetzten Baugrenzen um einen Meter überschritten. Damals hatte der Ortsbeirat trotzdem zugestimmt. Ebenso bei einem Bürogebäude in der Konrad-Zuse-Straße, das die zulässige Höhe um 2,40 Meter übertraf.

Doch damit soll jetzt Schluss sein, so Siems. „Wenn wir immer wieder neue Ausnahmen machen, brauchen wir keine B-Pläne mit Beteiligung der Bürger zu machen“, sagt er. Im aktuellen Fall soll das Gebäude in der Höhe an das Nachbargebäude angepasst werden – deswegen die Überschreitung der zulässigen Baugrenze um einen Meter nach oben. In Bezug auf die Länge beantragen die Bauherren zudem die Befreiung von der vorgeschriebenen offenen Bauweise. Denn diese lässt laut Stadtplaner Ralph Maronde nur eine Fassade von 50 Metern zu, das Gebäude ist aber 2,95 Meter länger. Solche architektonisch bedingten Ausnahmen seien durchaus nachzuvollziehen, so Siems. Für einen weiteren Befreiungsantrag der Bauherren hingegen bringt er kein Verständnis auf. Sie wollen Richtung Wasser ein vorspringendes Geschoss bauen, sodass die Nutzer der Warnow noch näher sind. „Wir haben das Vorhaben schon einmal mit der gleichen Begründung abgelehnt“, sagt Andrea Krönert (Grüne). Auch sie sieht die wiederholten Ausnahmegenehmigungen kritisch: „Irgendwann hat man dann gar keine Handhabe mehr.“

Das Stadtplanungsamt hatte die Veränderungen ohne Beanstandungen durchgewunken. „Aus unserer Sicht sind sie geringfügig“, sagt Mitarbeiter Ralph Maronde. Der Bauausschuss der Bürgerschaft hat dem Vorhaben bereits zugestimmt und damit das Einvernehmen der Gemeinde erteilt. Laut Rathaus liegt aber noch keine Baugenehmigung vor.

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