Circus Roncalli : Zirkuspalast entsteht am Stadthafen

Dieblauen Quaderpohle, die von fünf Arbeitern aufgebaut werden müssen, schützen dasZelt und die Gäste vor Wind.
Dieblauen Quaderpohle, die von fünf Arbeitern aufgebaut werden müssen, schützen dasZelt und die Gäste vor Wind.

Insgesamt 30 Arbeiter bauen das Zelt für die „Salto Vitali“-Show des Circus Roncalli auf. Mit der Premiere am Donnerstag startet erste Tour durch Ostdeutschland.

von
22. April 2015, 13:00 Uhr

Mit einem kräftigen Ruck zieht Arbeiter Dumitru Adrian an einem hellblauen Strick, bindet ihn um einen 1,50 Meter großen Stahlnagel und knotet ihn sorgfältig fest. So geht es für den Techniker ringsum das Zelt des „Circus Roncalli“ , das einen Durchmesser von gut 37 Metern hat.

„Nicht nur unsere Show ist ein Spektakel, sondern auch unser Zirkuszelt“, sagt Zirkus-Sprecher Pascal Raviol. Noch ist der Empfangsbereich trist. Während das gut 30 köpfige Aufbau-Team die Lastwagen mit den Holzbrettern, Planen und Stahlstangen in die noch provisorische Manege am Stadthafen trägt, wird bei jedem Schritt eine Staubwolke auf dem sandigen Untergrund aufgewirbelt. „Noch sieht hier alles grau in grau aus, doch unsere Crew zaubert hier in den wenigen Tagen bis zur Premiere einen wahren Zirkuspalast“, so Raviol.

Versteckt unter den dunkelblauen und schwarzen Planen liegen dann bei jeder Vorführung gut fünf Kilometer Kabel, drei Kilometer Wasserleitungen und fast zwei Kilometer Abwasserschläuche. „Die Telekom war schon heute hier, um die Internetleitung zu verlegen. So können wir unseren Besuchern trotz der Tradition und Klassik einen modernen Abend bieten“, erklärt Pascal Raviol.

Mit dem neuen Programm „Salto Vitale“ startet Roncalli morgen seine erste Tour durch Ostdeutschland in Rostock. „Wir sind sehr aufgeregt über die Resonanz auf unser Bühnenprogramm. Die Leute hier kennen uns nicht“, sagt Raviol.

Zurück in den Osten kommt dagegen der Elektriker Maik Romanski. Der gebürtige Schweriner freut sich darauf, seine alte Heimat mal wieder besuchen zu können – wenn er auch arbeiten muss. „MV ist und bleibt ein schönes Bundesland und ich komme gerne her“, sagt der 45-Jährige. Viel Zeit für Sightseeing hat er aber nicht, denn in den nächsten Tagen muss er die knapp 10  000 Glühlampen installieren und kontrollieren. „Nach einer Show müssen wir immer etwa 600 kaputte Lampen austauschen. Es ist ziemlich anstrengend, aber man bekommt viel zu sehen und kommt so auch ein bisschen rum in der Welt“, so Romanski.

„Weiter, weiter“, ruft Betriebsleiter Marco Biasini lautstark durch die Manege, die langsam Form annimmt. Noch fehlen die goldenen Sitzplätze mit samtrotem Überzug, „aber bis Donnerstag ist ja noch Zeit. Schließlich sind wir Profis “, sagt Raviol.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen