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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 10:10 Uhr

Rostock : Zerstört Uecker-Kasten die Idylle?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ortsbeirat befürchtet Gefahr für Erholungsgebiet durch Kunsthallen-Anbau. Kulturausschuss lehnt Antrag auf Stopp ab. Gespräche geplant

Während auf der Baustelle hinter der Kunsthalle das zweistöckige, 1100 Quadratmeter große Schaudepot wächst, herrscht auf der dem Schwanenteich zugewandten Seite noch grüne Idylle. Dass die durch den geplanten Bau des Uecker-Kastens – einem Anbau zu Ehren des Künstlers Günther Uecker – zerstört werden könnte, befürchtet der Reutershäger Ortsbeirat. Deshalb hat das Gremium einen Antrag gestellt, der den sofortigen Bau- und Planungsstopp für das Projekt fordert.

Zwar würde der Beirat die Würdigung des Künstlers grundsätzlich begrüßen, nicht aber die damit einhergehende „Zersiedlung der Parkanlage“, heißt es in dem Antrag von Peter Jänicke (Linke). Neben dem generellen freizeitlichen Aufenthalt von Bewohnern und Besuchern würden die Parkflächen um den Schwanenteich auch häufig von Schulen und Kitas für Sportveranstaltungen, Laternenumzüge und Ähnliches genutzt. Vor allem das jährliche Fischerfest – eines der ältesten Stadtteilfeste Rostocks – würde massiv eingeschränkt, heißt es.

Der Kulturausschuss der Bürgerschaft hat in seiner jüngsten Sitzung entschieden, dem Antrag nicht zuzustimmen. „Wir wissen doch noch gar nicht, wofür oder -wogegen wir uns aussprechen würden“, sagt Ingrid Bacher (SPD). So seien die bisherigen Vorstellung zum geplanten Uecker-Kasten, dessen Namen der Künstler übrigens selbst vorgeschlagen hat, noch viel zu vage. „Wir wissen nicht, wie groß er werden soll und wohin er überhaupt genau kommt“, sagt Bacher weiter. Deshalb jetzt die Planung grundsätzlich zu stoppen, halte sie für falsch.

Dass es bisher nur erste Ideen zum Bau gibt, bestätigte Kulturamtsleiterin Dr. Michaela Selling dem Ausschuss. Im Februar hätten die beteiligten Ämter bei einer Vor-Ort-Begehung einmal erste Ideen gesammelt. „Es gibt bisher aber noch keinen echten Bauantrag, nur eine Projektskizze und noch viele offene Fragen“, so Selling. Auch die Finanzierung sei noch völlig unklar.

Um den Ortsbeirat nicht zu unterwandern, hat der Kulturausschuss einstimmig entschieden, den Antrag zurückzustellen und das Gremium zu bitten, ihn zurückziehen, bis konkrete Informationen vorlägen. In einem Gespräch mit Kunsthallen-Chef Jörg-Uwe Neumann sollen Ortsbeirat und Ausschuss weitere Informationen bereitgestellt werden.

Letzten Sommer hatte Georg Uecker seine Ausstellung „Der geschundene Mensch“ in der Kunsthalle gezeigt. Die 14 Werke blieben als Dauerleihgabe des Bundes in Rostock.

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