zur Navigation springen

Fähre Warnemünde : Zehnerkarten gibt es nur für Autos

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Radler und Fußgänger, die häufig zwischen Markgrafenheide und Warnemünde pendeln, wünschen sich auch solche Vergünstigungen.

svz.de von
erstellt am 09.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Manches kommt fast nebenbei zur Sprache. So war es auf der Fähre „Warnemünde“, als sich Radler und Autofahrer auf der Überfahrt über den gezahlten Preis austauschten. Die Autofahrer erzählten von ihrer Zehnerkarte, mit der sich bares Geld sparen lässt. Mit der Zehnerkarte löhnte der Fahrer, dessen Auto bis maximal vier Meter misst, ermäßigte 2,20 Euro pro Fahrt. Die Radler werden mit 2,50 Euro zur Kasse gebeten – das sind 1,40 Euro für den Passagier und weitere 1,10 für das Fahrrad. Natürlich ist das ein wenig wie Äpfel und Birnen vergleichen, weil die reguläre Autofahrt ohne Zehnerkarte drei Euro kostet und damit 50 Cent teurer ist als die Fahrt mit dem Fahrrad.

Eine Nachfrage bei der zuständigen Verkehrsverbund Warnow GmbH (VVW) ergab: „Innerhalb des VVW werden Tarifvorschläge durch die beteiligten Verbundunternehmen eingebracht“, sagt Geschäftsführerin Andrea Doliwa. Die Wirtschaftlichkeit spielt immer eine Rolle, auch bei den Genehmigungsbehörden Land, Landkreis und Hansestadt Rostock. „Dem Wunsch, für Fußgänger und Radler auch Zehnerkarten einzuführen und damit die Preise für die Fährnutzung herabzusetzen, würden wir nicht so ohne Weiteres folgen wollen, da die Preise im komplexen System des VVW-Tarifs betrachtet werden müssen“, so Doliwa. Die Auto-Tarife würden auch eigenverantwortlich durch die Weiße Flotte kalkuliert werden. Das bestätigt Weiße-Flotte-Geschäftsführer Knut Schäfer. „Die Preise können wir alleine bestimmen, bei den Karten für die anderen kalkuliert der VVW mit seinen Partnern, er hat einen sehr breit gestaffelten Tarif, wenn es den Wunsch gibt, sollte das noch mal auf die Tagesordnung kommen.“

Auch dem Ortsbeirat von Markgrafenheide liegt das Thema Ermäßigungen für Radler und Fußgänger am Herzen. „Ich würde eine Zehnerkarte für Fußgänger und Radler begrüßen“, sagt Markgrafenheides Beiratsvorsitzender Jürgen Dudek (Rostocker Bund). „Ich habe noch nie eine schlüssige Begründung gehört, warum das nicht gehen soll“, sagt der Markgrafenheider. Die Fähren werden oft von Warnemündern genutzt, die nach Hohe Düne oder Markgrafenheide übersetzen wollen.

Nach der Wende profitierten die Bewohner aus Hohe Düne und Markgrafenheide von einem Haustarif. „Wir hatten damals einen Ausweis, mit dem wir eine Ermäßigung erhalten haben“, sagt Dudek. Das wurde nach einer Klage eines Mannes aus dem Landkreis geändert, weil der auf den Gleichbehandlungsgrundsatz gepocht hat.

Auf alle Fälle hat die VVW-Geschäftsführerin per E-Mail versprochen, das Thema Zehnerkarten für Radler und Fußgänger bei der nächsten Beratung des VVW aufzugreifen. „Eine Umsetzung können wir zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht zusichern“, schränkt Doliwa ein.




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen