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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 17:17 Uhr

Justiz : Zehn Stiche beendeten ein Leben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Frank F. soll seine Ex-Freundin, die Mutter seiner Tochter, getötet haben. Im Prozess sagen Zeugen aus.

Ihnen blieb nur wenig Zeit, nicht einmal vier Wochen. Erst im März 2014 kamen sich Kristin S. (22) und Toni A. (24) näher. Sie hatten sich im Kurhaus Warnemünde kennengelernt. Die junge Frau absolvierte dort ihr letztes Ausbildungsjahr zur Restaurantfachfrau und Toni A. half manchmal neben seiner eigenen Lehre aus. Sie trafen sich auf Spielplätzen, denn die kleine Tochter der jungen Frau war immer dabei. Ihre beginnende Liebe endete am 27. April. Kristin S. wurde brutal ermordet. Frank F. (29), der Ex-Freund der jungen Frau, legte in der vergangenen Woche das Geständnis ab, Kristin S. mit insgesamt zehn Messerstichen in Brust, Rücken und Hals getötet zu haben.

Gestern hatten Zeugen das Wort. Andrea A., Mutter von Toni A. und Arbeitskollegin des Opfers, beschrieb den Verlauf des Tattages. Nach Dienstschluss am Sonntag habe sie Kristin vor ihrer Haustür in der Turkuer Straße abgesetzt. Sie wollte dort auf ihre kleine Tochter warten, die ihr Ex-Freund gegen 17 Uhr bringen sollte. „Kristin geht nicht ans Telefon, sagte mein Sohn kurz nach 17 Uhr zu mir.“ Als der zweite Anruf ebenfalls erfolglos blieb, habe er sich auf den Weg nach Lütten Klein gemacht. Auf sein wiederholtes Klingeln habe sie nicht geöffnet. „Dann bekam ich einen Anruf von meiner Kollegin aus dem Kurhaus, dass dort der Vater des Angeklagten mit dem vierjährigen Kind der Kristin vor der Tür stehe und die Mutter suche“, berichtet die Zeugin. „Und dann bekamen wir den Anruf der Polizei“, sagt sie mit leiser Stimme. Kristin wollte aus ihrem Leben etwas machen, berichtet die Zeugin. Sie wollte weiterkommen und habe immer wieder versucht, auch ihren damaligen Lebensgefährten und Vater ihres Kindes mitzuziehen. Aber alles blieb erfolglos. Anfang April habe sie sich von Frank F. getrennt, weil sie die „Nase voll hatte“. Martin Sch. (27) und weitere Zeugen aus dem Freundeskreis des Angeklagten drückten das deutlicher aus: „Er war sehr faul und hat ihr Geld verjubelt.“

Die Kriminaloberkommissarin Astrid N., die das erste Verhör führte, gab an, dass der Angeklagte keineswegs nach der Tat umhergeirrt sei, wie er vor Gericht sagte. Er habe vielmehr reihum seine Freunde aufgesucht und „geheimnisvolle Andeutungen“ gemacht. Außerdem habe er schon Tage vor der Tat begonnen, seine Habseligkeiten zu verschenken. Wenn sich zudem bestätigen sollte, dass es in der gemeinsamen Küche kein keramikbeschichtetes Messer mit sehr langer Klinge gab, wie alle Zeugen sagen, ist von einem überlegten Plan des Angeklagten auszugehen.

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