FC Hansa Rostock : Zaungäste beim Training nicht willkommen

Solche Bilder wird es vorerst nicht mehr geben: Der FC Hansa (hier Jörg Hahnel) will bis auf Weiteres ohne Zaungäste trainieren. Georg Scharnweber
Solche Bilder wird es vorerst nicht mehr geben: Der FC Hansa (hier Jörg Hahnel) will bis auf Weiteres ohne Zaungäste trainieren. Georg Scharnweber

Der FC Hansa sperrt ab sofort seine Fans aus und absolviert bis auf Weiteres kein öffentliches Training mehr. Hintergrund sind Pöbeleien und lautes Gelächter.

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24. Oktober 2011, 09:28 Uhr

Rostock | Beim FC Hansa schauen Zaungäste in Zukunft in die Röhre. Der Fußball-Zweitligist sperrt ab sofort seine Fans aus und absolviert bis auf Weiteres kein öffentliches Training mehr. Hintergrund sind Pöbeleien und das hämische Auslachen von Kickern bei misslungenen Aktionen durch die zuschauenden Anhänger. Vor allem gegen Ersatzkeeper Jörg Hahnel hätten sich in der Vergangenheit die Schmährufe erhöht. "Das geht aber schon sechs Jahre so", erklärt der Schlussmann.

Auslöser für die jetzige Maßnahme war ein Vorfall in der vergangenen Woche. "Ein Schuss donnerte an die Latte und sprang anschließend von ,Jockels’ Rücken oder Kopf ins Tor. Anschließend gab es lautes Gelächter hinterm Zaun. Da ist es mir zum ersten Mal so richtig aufgefallen. Es ist natürlich klar, dass er dann Gift und Galle spuckt. Dabei muss man sagen, dass Jörg noch ziemlich souverän damit umgeht. Ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte", berichtet Torwartcoach Alexander Ogrinc.

Der 42-Jährige kann die Reaktionen der Fans gegenüber der aktuellen Nummer zwei im Hansa-Kasten nicht nachvollziehen: "So etwas macht man einfach nicht. ,Jockel’ gibt seit Jahren alles für die Mannschaft und den Verein. Trotz seiner persönlich schweren sportlichen Situation war er immer loyal zu Kevin (Müller - d. Red.). Wir müssen alle zusammenhalten und versuchen, gemeinsam die Karre aus dem Dreck zu ziehen."

Daher entschlossen sich die Rostocker nun, ihre Einheiten vorerst ohne Öffentlichkeit durchzuführen. "Wir zeigen uns solidarisch mit Jörg Hahnel. Man braucht sich nicht alles gefallen zu lassen. Jörg ist zwar nur die Nummer zwei, gehört aber zum Mannschaftsrat und tut sehr viel fürs Team", sagt Chefcoach Peter Vollmann.

Wie die Umsetzung der Abschottung funktionieren soll, ist fraglich. Immerhin sind die Trainingsplätze auf dem Gelände der DKB-Arena (bis auf das Stadion selbst) fast von allen Seiten einsehbar. Zunächst wird der Trainingsplan nicht mehr auf der Homepage des Clubs veröffentlicht. Und sollten weiterhin Fan kommen und die Kicker anpöbeln oder auslachen, "werden wir das Gespräch mit ihnen suchen", so Ogrinc.

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Pannewitz zum Arzt: Kevin Pannewitz fehlte beim Training wegen eines Infekts. Der Kicker war stattdessen bei Mannschaftsarzt Dr. Frank Bartel und ließ sich behandeln. Bereits vor der Partie in Düsseldorf (0:2) bekam er Medikamente.

Probleme beim Schuss:
Ob Marek Mintál am Freitag im Heimspiel gegen Cottbus auflaufen kann, ist offen. „Wir gucken von Tag zu Tag. Er kann alle Übungen und Läufe mitmachen, aber noch nicht scharf schießen. Zudem hat er Bedenken bei Aktionen, die er nicht kontrollieren kann, wenn er zum Beispiel gefoult oder angerempelt wird“, so FCH-Trainer Vollmann.

Gusche hat’s im Rücken: „Stephan ist in Düsseldorf morgens aufgewacht und hatte Probleme im Rücken. Für ihn sind die langen Busfahrten einfach nichts“, vermutet Vollmann. Am Montag musste der Innenverteidiger pausieren, heute soll er wieder mitmachen.

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