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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 12:30 Uhr

Warnemünde : Zahnärztin ist ihr Traumberuf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Dr. Dagmar Stave schließt ihre Praxis und plant für den Unruhestand einen Neuseeland-Urlaub.

svz.de von
erstellt am 11.Dez.2015 | 21:54 Uhr

Ihr Berufswunsch stand bereits als Dreijährige fest: Damals hockte Dr. Dagmar Stave auf der Fußbank im Behandlungszimmers ihres Vaters und guckte ihm fasziniert bei seiner Arbeit zu. Er war Zahnarzt in Bergwitz in Sachsen-Anhalt. „Ich wollte immer diesen Beruf erlernen, das war meine Berufung“, sagt die heute 66-Jährige. Und einen weiteren Sog gab es noch: Die Liebe zum Meer und der Hang zur Küste. Der sollte in ihrem Fall folgenreich sein, jedenfalls in familiärer Hinsicht und in Bezug auf ihre spätere Wahlheimat.

Der Sog hielt sich, auch als sie nach dem Studium der Zahnmedizin in Greifswald erst in Dessau angefangen hat. Das Blatt wendete sich. Als sie 1973 mit einer Freundin in der Fischerklause die Ehre hatte, am Stammtisch Platz zu nehmen, blieb das nicht ohne Folgen. Da lernte sie Abi Stave kennen, den späteren Vorsitzenden des Warnemünde-Vereins, den sie 1976 heiratete und der 2005 einem Krebsleiden erlag. „Für mich war er der tollste Mann überhaupt“, schwärmt die Zahnärztin.

Damals wohnte sie noch in Sanitz. Als sie nach der Wende aus dem Keller ihres Hauses in die oberen Etage ziehen können, baut sie auch eine Praxis, die sie lange mit Sylvia Biermann teilte. Das war eine schöne Zeit für beide. Auch ihr Rückblick auf die Zeit als Familie fällt trotz des Verlustes voller Dankbarkeit aus. „Wir hatten ein wunderbares Leben“, sagt sie. Das Paar bekommt die Söhne Kai, Eric und Sven sowie vier Enkel.

Familie wird bei Staves groß geschrieben. Deshalb baut Sohn Kai mit seiner Frau Anja und den Enkelkindern Elina und Henrik die Praxisräume um und zieht dort ein. „Der Gedanke gefällt uns und knüpft ans offene Haus an, das wir als Familie zu Lebzeiten meines Mannes gehabt haben“, so die Medizinerin.

43 Jahre ist Dr. Stave in ihrem Beruf tätig. Jetzt folgt ein Schlussstrich. Am 18. Dezember öffnen sich die Türen zur Praxis in der Parkstraße 16 das letzte Mal. Das fällt ihr nicht leicht. Manche Patienten sind 30 Jahre zu ihr gekommen. Da sind enge Verbindungen gewachsen. „Das war oft nicht nur Arbeit, das viel mehr“, bilanziert Dr. Stave. Wie eng die Verbindung zu ihren Patienten war, lässt sich am Blumenmeer im Wohnzimmer der Warnemünderin nachvollziehen und an den Tränen, die manche Patienten geweint haben. Als Schwester Birgit aufgehört hat, die jetzt in Doberan arbeitet, kam der Frauenchor aus Warnemünde. Auch mit ihrer Sprechstunden-Schwester Karin fühlt sich die Ärztin sehr verbunden. Schwester Karin hielt ihr 23 Jahre die Treue, beide waren ein gutes Team.

Als Zugezogene weiß Dagmar Stave, dass Ritterschläge von Einheimischen im Ostseebad kostbar sind. „Als Fischer Hans Nielsen mal zu mir gesagt hat, ich dürfe mich jetzt dazuzählen in Warnemünde, war ich total stolz.“

Ihre Verbundenheit zum Ostseebad ist sehr groß. „Ich liebe Warnemünde“, bekennt sie. Dagmar Stave ist deshalb Mitglied im Warnemünde-Verein, im Heimatmuseum und im Munch-Haus. Dort hat sie auch ein Klavier als Dauerleihgabe stehen. Und sie genießt die Nähe zur Ostsee, die nur einen Katzensprung von ihrem Zuhause entfernt ist.

Von dem Meer und der Familie verabschiedet sie sich im Januar eine Weile: Dann macht sie mit Sohn Sven, der in Kanada lebt, eine Reise durch Neuseeland. „Darauf freue ich mich schon sehr“, offenbart die Ärztin.

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