Rostock : Zahl der Transitflüchtlinge um ein Drittel gesunken

Für Transitflüchtlinge wird die Reise nach Skandinavien immer schwieriger.

Für Transitflüchtlinge wird die Reise nach Skandinavien immer schwieriger.

Rostock bleibt zwar weiter ein Nadelöhr für Flüchtlinge auf dem Weg nach Schweden, aber für deutlich weniger Menschen. Der Grund dafür ist noch nicht klar.

svz.de von
08. November 2015, 21:00 Uhr

Die Zahl der Transitflüchtlinge, die über Mecklenburg-Vorpommern nach Schweden wollen, ist am Wochenende deutlich gesunken. Am Sonntagmorgen warteten in Rostock und Prora noch etwa 1400 Menschen auf ein Fährticket nach Trelleborg, wie Stadtsprecherin Kerstin Kanaa sagte. Damit sank die Zahl um weitere 300 Menschen, seit Freitag sogar um 700 Transitflüchtlinge.

Hauptgrund sei, dass deutlich weniger Zuwanderer mit Zügen ankommen, als mit Fähren via Rostock und Sassnitz weiterreisen konnten. Etwa 300 bis 400 Flüchtlinge bekommen pro Tag Fährtickets.

Der Grund für den Rückgang sei aber noch nicht klar. Noch am Dienstag waren mit rund 900 Menschen mehr als doppelt so viele Flüchtlinge per Zug angekommen, als weiterreisen konnten. Einige Flüchtlinge hätten zudem Anträge auf Asyl gestellt und wurden zur Erstaufnahmestelle des Landes nach Horst (Kreis Ludwigslust-Parchim) gebracht. Für Sonntag gebe es noch rund 300 Fährtickets, sagte Kanaa.  Rostock gilt als Nadelöhr für Flüchtlinge auf dem Weg über die Ostsee ins schwedischen Trelleborg. Seit Anfang September reisten mehr als 31 000 Flüchtlinge ins Nachbarland. Die Menschen warten vier bis fünf Tage auf Fährtickets in zuletzt acht Notunterkünften auf die Weiterreise. Schwedens Migrationsminister Morgan Johansson hatte am Donnerstagabend in Stockholm erklärt, das Schweden nun aber keine Unterkünfte mehr garantieren könne.

Täglich kämen 1500 Flüchtlinge in das Land. Neuankömmlinge sollten jetzt entweder nach Dänemark oder Deutschland zurückkehren oder sich selbst eine Unterkunft suchen. „Wir haben die Grenze des Machbaren erreicht“, hatte der Minister erklärt, der sich einen geringern Zustrom erhofft.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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