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Rostocker Heide : „Xaver“ sorgt für große Schäden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Waldbereisung führt auch in den verschlossenen Bunker. Bis zu 33 000 Festmeter Schadholz vermutet.

von
erstellt am 17.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Entwurzelte Bäume, jede Menge Totholz und zerstörte Hochsitze – Orkan „Xaver“ hat die Rostocker Heide im vergangenen Dezember schwer getroffen. Wie groß die Schäden sind, davon haben sich gestern Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft bei der alljährlichen Waldbereisung ein Bild machen können. Revierförster Roger Kähler führte 4,5 Kilometer durch die Heide in Schwarzenpfost und erklärte dabei, wie es um den Wald steht.

Derzeit geht das Stadtforstamt von 31 000 bis 33 000 Festmetern Schadholz aus – das ist fast dreimal so viel, wie in einem normalen Jahr forstwirtschaftlich genutzt wird. Betroffen seien dabei vor allem Kiefern. „Wir hatten Glück im Unglück“, sagt Forstamtsleiter Jörg Harmuth. Ein solcher Orkan hätte im Sommer noch viel größere Schäden angerichtet, denn dann wären auch die Laubbäume reihenweise umgefegt worden. Die Mitarbeiter des Stadtforstamtes werden auch in den kommenden Monaten noch mit den Folgen des Orkans zu tun haben. Das bekommt vor allem einer zu spüren – Revierförster Sven Ahrens. Er ist für die Holzvermarktung zuständig und muss den Rohstoff verkaufen. Besonders wertvolles Holz landete 2013 auf einer Auktion. Dabei wurde für eine Eiche der Rekordpreis von 1200 Euro pro Festmeter bezahlt. Doch nicht alle Bäume in der Heide werden wirtschaftlich genutzt. Der Stamm einer Eiche in Schwarzenpfost beispielsweise misst im Durchmesser 5,70 Meter – der Baum genießt Bestandsschutz.

Auch wenn die Heide an einigen Stellen nun etwas lichter ist, geht es ihr im Großen und Ganzen recht gut. Harmuth spricht von einer positiven Entwicklung, auch wenn sich das Eschensterben fortsetzt und Borken- sowie Siktafichtenbastkäfer ihr Unwesen treiben. Im vergangenen Jahr wuchs der Wald um insgesamt sieben Hektar. Dies sei das Ergebnis ständiger Aufforstungen.

Bei der Waldbereisung wurden gestern jedoch nicht nur Zahlen und Fakten vorgelegt. Die Wanderung sollte auch ins Gedächtnis rufen, welchen Schatz Rostock mit der Heide hat. „Sie hat uns geholfen, das zu werden, was wir heute sind“, sagt Umwelt-Senator Holger Matthäus (Grüne).

Die Hansestadt sei heute fünftgrößte Waldbesitzerin in Deutschland. Dabei ist sie nicht nur Naherholungsort, sondern auch Erlebnisspielplatz. In Schwarzenpfost etwa wird ein Stück Geschichte spürbar. Gestern ging es für die Teilnehmer der Waldbereisung in den Bunker, den der Naturschutzbund sonst geschlossen hält. In den feucht-kalten und stockfinsteren Räumen zeigte Revierförster Kähler einen Kurzfilm, der zeigte, dass dort einmal das Küstenraketenregiment stationiert war. Von den 25 000 Kubikmetern fester Gebäude und 834 500 Quadratmetern Betonflächen und Wege ist heute fast nichts mehr zu sehen.

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