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Streitobjekt in Rostock : Wohnprojekt für Toitenwinkel

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bürgerschaft entscheidet, ob Verein sich verwirklichen darf oder das alte SBZ fällt

von
erstellt am 11.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Steht oder fällt das ehemalige Stadtteil- und Begegnungszentrum von Toitenwinkel – und damit ein alternatives Projekt für Wohnen und Kultur? Darüber muss die Bürgerschaft heute entscheiden.

Der Verein Soziales Rostock will im 2300 Quadratmeter großen ehemaligen Kita-Gebäude auf rund 1500 Quadratmetern Wohnungen für 35 Menschen schaffen und auf 800 Quadratmetern Räume für Soziales, Freizeit, Kultur und Bildung. Das hat er Mitte April auch schriftlich gegenüber der Stadt bestätigt. Geplant sind ein Café mit Außenbereich, Seminar- und Kreativräume, Büros und Lager. Die Sanierung soll über die GLS Gemeinschaftsbank eG getragen werden. Der Verein will das Gebäude erst über zwei Jahre mieten und dann kaufen. Finanziert werden soll das über eigene Mieteinnahmen.

Der Kommunale Eigenbetrieb Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) schätzt die Sanierungskosten auf 2,5 bis 3 Millionen Euro. Es gebe erhebliche brandschutzrechtliche sowie sicherheitstechnische Mängel und auch die Abflussleitungen unter dem Gebäude seien in einem desolaten Zustand. Deswegen streben KOE und Stadtverwaltung den Abriss der Liegenschaft und anschließenden Verkauf des Grundstücks gemeinsam mit der Nachbarfläche Zum Lebensbaum 15 an. Geschätzter Gewinn: 1,1 Millionen Euro – auch deswegen, weil für den Rückbau 192 000 Euro Fördermittel bereitstehen. Die Ausschreibung werde in Kürze erfolgen – sofern die Bürgerschaft grünes Licht gibt.

Bausachverständige des Vereins rechnen dagegen mit deutlich weniger Sanierungskosten. Linke und Grüne unterstützen das Projekt, der Ortsbeirat Toitenwinkel lehnt es aus Sorge vor einem städtebaulichen Missstand ab. Eine Bauvoranfrage wurde nach Angaben der Stadtverwaltung bisher nicht eingereicht. Sie sei dem Verein in einem Beratungsgespräch im September 2015 empfohlen worden, unter anderem, um mögliche Lärmkonflikte – etwa durch das Café mit Außenbereich – zu identifizieren und auszuräumen.

Der Plan der Stadt sieht drei Gebäude mit bis zu fünf Geschossen und 1800 Quadratmetern Grundfläche vor. Somit könnten rund 100 Wohneinheiten mit durchschnittlich 75 Quadratmetern entstehen. Die Neubauten sollen dabei einen Übergang zwischen den geschlossenen Blockstrukturen und den offenen Einfamilienhäusern am Hölderlinweg schaffen.

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