Warnemünde : Wohnen auf Dauer muss Vorrang haben

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Der Wohnraum im Ostseebad wird knapper, die Mieten steigen und Familien haben kaum eine Chance, sich hier anzusiedeln. Ursache dafür sind vor allem die steigende Zahl an Ferienwohnung. Die soll nun gedrosselt werden.

svz.de von
12. März 2014, 12:00 Uhr

Von den etwa 4600 Wohnungen im Ostseebad sind 1000 inzwischen Ferienwohnungen. Das ist das Ergebnis einer Sichtbegehung sowie von Recherchen im Internet und über die Kurabgabe durch das Wimes-Wirtschaftsforschungsinstituts. „Die Tendenz ist steigend“, sagt Sachbearbeiterin Uta Janssen aus dem Stadtplanungsamt. „Die knapp 1000 als Zahl sind weit von der Realität entfernt. Ich gehe davon aus, dass es weit über 1500 Ferienwohnungen gibt“, sagt Ortsbeiratssvorsitzender Alexander Prechtel in dem Zusammenhang. Daher hat der Ortsbeirat schon lange von der Hansestadt gefordert, hier einzugreifen. Bis es einen rechtskräftigen B-Plan gibt, soll eine Veränderungssperre dafür sorgen, dass sich dieses Verhältnis nicht noch dramatischer verändert. „Es geht nicht darum, dass wir den Tourismus verhindern, sondern darum, dass wir das feste Wohnen schützen wollen“, sagt die Sachbearbeiterin. Warnemünde lebe davon, dass hier Menschen dauerhaft wohnen. Und genau das ist der Konflikt im Ostseebad: Wohnraum wird knapper, die Mieten steigen und Familien haben kaum eine Chance, sich hier anzusiedeln.

Wenn es nur noch Ferienwohnungen gibt, werde Warnemünde in der wenig belebten Zeit zu einem toten Stadtteil. Aus dem Grund wird bis zur Rechtskräftigkeit des B-Plans eine Veränderungssperre für Wohnraum verhängt. Das Umwandlungsverbot von Wohnraum in Ferienwohnungen gilt bis zum kommenden Jahr. Es gibt eine Option zur Verlängerung. „Das wird dann strikt durchgezogen, sonst ist es im Sinne der Gleichbehandlung nicht nachvollziehbar, warum der eine das darf und der andere nicht“, so die Sachbearbeiterin. Betroffen ist der Bereich zwischen der historischen Parkstraße bis zum Strom und vom Güterbahnhof bis zur Seepromenade.

Interessant war bei der Erhebung, dass es es in Warnemünde Bereiche gibt, in denen überwiegend gewohnt wird, aber auch eine Tendenz zur Umwandlung in Touristen-Unterkünfte besteht. Die Dänische Straße ist nur ein Beispiel. Diesem Missverhältnis wollen sowohl die Stadt, als auch die Bewohner selbst vorbeugen.

Die Angst der Warnemünder vor dem Wildwuchs von Ferienwohnungen sitzt tief. Daher wird jedes neue Objekt argwöhnisch beäugt. „Die Tatsache allein, dass irgendwo kleine Wohnungen entstehen, heißt nicht zwangsläufig, dass es sich um Ferienwohnungen handelt“, sagt Uta Janssen. Sie weiß, dass die Nachfrage nach kleinen, festen Zweitwohnsitzen groß ist. Grundsätzlich begrüßen alle, dass es spätestens mit dem B-Plan festgeschrieben ist, wo das künftig noch möglich sein wird und wo nicht. „Der Bestandsschutz legaler Ferienwohnungen ist ein wichtiges Anliegen“, sagt Prechtel.

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