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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 00:39 Uhr

Rostock oder Schwerin : Wohin kommen die Stasi-Akten?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Expertenkommission tagt über Zukunft der Aufarbeitung und die Außenstellen. Leiter in Waldeck betont: Noch ist nichts entscheiden

von
erstellt am 09.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Dass die Außenstelle für Stasiunterlagen in Waldeck schließt und die Akten nach Schwerin ausgelagert werden, ist ein Gerücht, macht Volker Höffer, Leiter der Außenstelle klar. Wahr sei: „Eine Expertenkommission ist dabei, ein Vorstellungspapier für den Bundestag zu erarbeiten.“

Es werde Vorschläge zur Zukunft der Behörde des Bundesbeauftragten für Stasiunterlagen (BStU) und damit auch der Außenstellen beinhalten und nächste Woche überreicht. „Erst dann geht die Diskussion des Bundestages los“, sagt Höffer. Am 27. April werden die Experten öffentlich angehört. Die Entscheidung soll bis 2017 fallen. Grundlinie: „Es soll keine Abbrüche des Zugangs zu den Unterlagen für jeden privaten Antragssteller, Forscher, Journalisten, politische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit geben“, sagt Höffer.

Die Haupt-Behörde sitzt in Berlin, hat zwölf Außenstellen. Bei denen gehen 75 Prozent der Bürgeranträge ein – bis 2015 2,4 von 3,1 Millionen. In MV waren es 340 089. Die Außenstellen MVs sind in Neubrandenburg, Schwerin und Rostock. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres bekamen Höffer und seine Kollegen 200 Anträge auf private Akteneinsicht. Dazu kamen mehr als 50 Forschungs- und Medienanträge, die aufwendiger seien. In Rostock gibt es an denen das drittgrößte Aufkommen. Die Universität forscht intensiv, betreut auch die Gedenkstätte in Rostock mit. In der hiesigen Außenstelle lagern 3,4 Kilometer laufende Akten. Ob sie dort bleiben, ist unklar. „Ich hoffe, dass es keine Einschränkungen in der Aufarbeitung des Diktaturerbes gibt“, so Höffer. Es stelle sich immer mehr raus, wie wichtig das ist – auch um sich gegen diktatorische Methoden zu wappnen.

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