Wo soll das neue Volkstheater stehen?

<strong>Im Christinenhafen</strong> würde der Theaterneubau direkt am Wasser stehen.
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Im Christinenhafen würde der Theaterneubau direkt am Wasser stehen.

svz.de von
26. März 2013, 07:44 Uhr

Rostock | Jetzt kommt wieder Bewegung in die Diskussion um einen Theaterneubau in Rostock: Zum ersten Mal präsentiert das Rathaus konkrete Darstellungen davon, wie sich ein künftiges Großes Haus in die Stadt einfügen würde. In einer Baumassenstudie hat das Stadtplanungsamt dazu ein Modell in den Rosengarten, an den Bussebart und in den Christinenhafen montiert. Der grobe Quader hat mit dem Aussehen des späteren Neubaus allerdings noch wenig zu tun – er dient lediglich zur Veranschaulichung der Größenverhältnisse und Sichtachsen. Auch eine Baugrundanalyse sowie Schätzungen für die Gründungskosten hat das Planungsamt jetzt vorgelegt. Auf dieser Grundlage soll die Bürgerschaft nun im Mai entscheiden, wo Rostocks neues Theater gebaut werden soll.

Verwaltung will städtebaulichen Ideenwettbewerb

Im Christinenhafen würde das neue Theater direkt an der Warnow strahlen, am Bussebart würde es einen prägnanten Auftakt der Langen Straße bilden. Aus Sicht der Stadtverwaltung kommen auch nur diese beiden Standorte in Frage. Denn die Abmessungen des Gebäudes würden – je nach Variante – 125 mal 55 Meter oder 87 mal 86 Meter bei einer Höhe von 20 Metern betragen. In dieser Größenordnung wäre der Neubau im Rosengarten ein unzulässiger Eingriff in das Garten-Denkmal, argumentiert die Verwaltung.

Sie schlägt deshalb vor, einen städtebaulichen Ideenwettbewerb für das gesamte Gebiet zwischen Bussebart und Christinenhafen auszuloben. „Bei diesem Wettbewerb sollte dann der optimale Standort für den Theaterneubau in diesem Raum gefunden werden“, heißt es in der Beschlussvorlage. Außerdem könnten dabei gleich andere Fragen geklärt werden – etwa zu einer besseren Querung der L 22, zum Hochwasserschutz, zur Verkehrsorganisation sowie der Flächennutzungen während der Hanse Sail und des Weihnachtsmarktes. An diesen ersten Ausscheid soll sich nach den Vorstellungen des Stadtplanungsamtes ein Hochbau-Wettbewerb anschließen.

Neun bis zehn Monate würde das Wettbewerbsverfahren mit einem möglichen Bau im Christinenhafen dauern. Entscheidet sich die Bürgerschaft gleich für den Bussebart, könnte diese Zeit gespart werden. Der Vergleich des Baugrundes zeigt: Am Christinenhafen wäre eine Pfahlgründung nötig, die Hochwassergefahr wäre größer. Rein finanziell wäre die Gründung für einen Theaterbau mit zwei Untergeschossen dort etwa 850 000 Euro teurer als am Bussebart. Bei einer Gesamtbausumme von geschätzten 56 Millionen Euro sei diese Differenz allerdings zu vernachlässigen, betont die Verwaltung.
Fraglich ist zurzeit allerdings noch, inwiefern die aktuellen baulichen Planungen noch zur inhaltlichen Zukunft des Volkstheaters passen. Denn alle Entwürfe gehen von einem Vier-Sparten-Haus mit zwei Bühnen aus. Im Zusammenhang mit der aktuellen Landesdebatte sind aber immer wieder Spartenschließungen am Volkstheater im Gespräch. Auch eine teilweise oder vollständige Fusion mit dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin steht noch im Raum.

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