hafen : Wo Fisch über die Rampe geht

Palette auf Palette Frostfisch bringt Staplerfahrer Nico Kischkies zur Einlagerung ins Kühlhaus.
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Palette auf Palette Frostfisch bringt Staplerfahrer Nico Kischkies zur Einlagerung ins Kühlhaus.

Im Rostocker Fischereihafen leistet das Team um Managerin Diana Karpe Schwerstarbeit. Ihr Einsatzort ist das Kühlhaus.

svz.de von
17. Dezember 2013, 23:00 Uhr

Am Kai des Rostocker Fracht- und Fischereihafens hat am Montag das Kühlschiff „Firda“ festgemacht. Zwischen Schiff und Kühlhaus fahren Gabelstapler geschäftig hin und her. Der Fahrer Reimo Kühne nimmt Paletten mit Frostfisch aus dem Laderaum des Reefers in Empfang und setzt sie auf die Rampe des Kühlhauses, wo sie Nico Kischkies mit seinem Stapler entgegennimmt und zum vorbestimmten tiefgekühlten Lagerstellplatz bringt. Der Azubi Karl Paap führt mit einer Strichliste Buch, kontrolliert gewissenhaft den Wareneingang.

1050 Tonnen Frostware netto, Heringslappen aus dem norwegischen Fosnavaag, gehen so über die Kaikante des Hafens und werden eingelagert. Die „Firda“ ist nicht das erste Mal im Rostocker Fischereihafen. Sie löschte erst vor wenigen Wochen in Marienehe eine Fischfracht und Kühlschiffe wie „Thor Skandia“, „Darina“ oder die neue „Nordkinn“ gaben sich zuvor hier ein Stelldichein. Insgesamt elf Schiffe bedienten in diesem Jahr das Kühlhaus in Marienehe, um hier etwa 9300 Tonnen Fisch einzulagern.
„Es war ein sehr gutes Jahr für uns“, kann Diana Karpe, die kaufmännische Leiterin des Kühlhauses, zum Jahresende resümieren. Mit ihren neun Mitarbeitern hat sie alle Hände voll zu tun. In Spitzenzeiten platzt das erst vor zwei Jahren um einen Tiefkühlraum erweiterte Haus förmlich aus allen Nähten. Zu mehr als 90 Prozent war es im Jahresdurchschnitt ausgelastet. So wurde auch jetzt jede Lücke genutzt, war einiges umzulagern, um Platz für die Anlandung der „Firda“ zu schaffen. Von den ungefähr registrierten 35 500 Tonnen Warenbewegungen waren 18 000 Tonnen Eingänge – die Hälfte davon kam per Schiff, während die Ausgänge per Lkw an die Fischindustrie und Großhändler gingen. Zu den Kunden zählen der Rügenfisch-Konzern mit seinen Tochterunternehmen und weitere Großabnehmer der Region. Das Gros der Lagerware ist Fisch.

Die Dienstleistungen der Kühlhaus-Crew umfassen neben Lagerung sowie Be- und Entladung der Waren auch deren Kommissionierung und Pflege. Für die Einlagerung werden den Kunden insgesamt 9500 Quadratmeter Tiefkühllagerflächen mit Temperaturen von minus 18 bis minus 22 Grad Celsius, von denen etwa 2000 Quadratmeter zurzeit vermietet sind, und 500 Quadratmeter Kühlfläche für Frischware geboten. In insgesamt neun Räumen finden die Waren Platz. Im Februar 2012 wurde eine Leichtbauhalle nebenan für den Einbau einer gut 1050 Quadratmeter großen Tiefkühlzelle genutzt, um den wachsenden Bedarf zu decken.

Das war die letzte Mission für den einstigen Hochseefischer Erhard Borowski, der nach seiner Tätigkeit als Portmanager das Kühlhaus bis dahin leitete und den Staffelstab für die kaufmännische Leitung an Diana Karpe übergab. Um die technischen Belange kümmert sich Ralf Grünke.

Die gebürtige Rostockerin begann 1998 ihre Lehre im Fischereihafen, durchlief alle Abteilungen, ehe sie 2004 Kühlhaus-Disponentin wurde. Mit ihrer Aufgabe ist das „Küken“ von einst inzwischen zur couragierten Führungskraft im Hafen gewachsen, hat sich in die Materie eingearbeitet, wie sie bescheiden anmerkt, wird von Mitarbeitern und Kunden akzeptiert. Frauen in leitender Funktion sind ja im Fischereihafen auch nicht ungewöhnlich.

Eine besondere Meisterprüfung hat Diana Karpe gerade erst vor einigen Wochen erfolgreich abgeschlossen. Seit dem 8. November ist das Kühlhaus nach IFS Logistics, Version 2 erfolgreich zertifiziert. Die International Food Standard (IFS) Logistics stehen für die Auditierung von Logistikaktivitäten für Lebensmittel und Non-Food-Produkte. Das Kühlhaus im Fischereihafen ist das erste Kühlhaus in MV, das sich diesen Anforderungen stellte.

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