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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. August 2017 | 19:38 Uhr

Rostock : Wo fehlen Schulsozialarbeiter?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ausschuss und Amt für Jugend und Soziales streiten über 1,75 Stellen. Das Konzept steht aus.

Das Amt für Jugend und Soziales will weitere Schulsozialarbeiter einsetzen. Damit ist das zuständige politische Gremium, der Jugendhilfeausschuss, völlig einverstanden – doch nicht damit, wie sie eingesetzt werden sollen, wo und wo nicht.

„Es ist eine unendliche Geschichte“, kommentiert Ausschussmitglied Dr. Andrea Rittiger, Vertreterin der Freien Träger. „Der Ausschuss ist bei dem Thema von Anfang an nicht miteinbezogen worden“, kritisiert auch Jahn Osterloh (UFR/FDP). Hintergrund: Das Amt will unverbrauchte, zweckgebundene Gelder, die auch in den nächsten Jahren abgerufen werden können, in 1,75 Feststellen für Schulsozialarbeiter investieren. Die wollte es auf zwei Personen aufteilen und die beiden jeweils auf zwei Schulen: auf den Schulcampus Evershagen, die Krusenstern-Schule, die Baltic-Schule und die Berufliche Schule Dienstleistung und Gewerbe. „Die Lehrer in der Beruflichen Schule würden sich durchaus Unterstützung wünschen“, führt Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) exemplarisch an. Problem für den Ausschuss: Warum wurden diese Schulen ausgesucht. Bockhahns Begründung: „Ich glaube, dass diese vier Schulen den größten Bedarf haben.“ An den weiterführenden und beruflichen Schulen gebe es viele Jugendliche mit Migrationshintergrund, die es zu integrieren gelte. Die Ausschussmitglieder fühlten sich nicht eingebunden genug, teilweise gebe es an den Schulen schon Schulsozialarbeiter.

Ein Hauptproblem für sie war auch die Stellenverteilung. „Ich werde dieser Aufsplittung nicht zustimmen“, sagte Frank Lüttgerding für die Freien Träger. Er kommt aus der Praxis – hat viele Jahre das Rostocker Freizeitzentrum geleitet. Die Aufteilung befindet er wie viele seiner Ausschusskollegen als nicht praktikabel – schon rein organisatorisch für die künftigen Schulsozialarbeiter. „Das ist Dokumentationsterror“, sagt Osterloh. Ein wesentlicher Teil der Arbeit sei, zu dokumentieren, wie sie wirkt. Zusätzliche Kritik: Das Amt will ein richtiges Interessenbekundungsverfahren – dass die sozialen Träger, die sich für die Stellen interessieren, in einem Verwaltungsverfahren Angebote einbringen. „Was heißt das für die zukünftige Vergabe von Leistungen“, hinterfragt Osterloh, „warum das Verfahren“? Amtsleiter Robert Pfeiffer: „Weil ich über die Trägervielfalt gern Angebote hätte, aus denen ich entscheiden möchte.“ Den Ausschussmitgliedern, die größtenteils praktische Erfahrungen mit Jugend- und Sozialarbeit haben, widerstrebte das Vorgehen des Amtes. Bockhahn forderte im Umkehrschluss aber auch eine klare Vorgabe – wo das Amt Schulsozialarbeiter einsetzen soll – wo viele Migranten sind, in Vierteln, in denen es noch gar keine gibt oder nach welchen Kriterien. Eine Expertengruppe des Ausschusses will das erarbeiten.

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