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Wohnungsbau Rostock : Wiro: Sozialwohnungen in der KTV sind möglich

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Das geplante Bauprojekt im Werftendreieck Rostock bietet auch Chancen für günstigen Wohnraum. Generelle Problematik in Anbetracht der Kosten und Förderung.

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erstellt am 19.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Sozialer Wohnungsbau im wachsenden Biestow, in der Thierfelderstraße und am liebsten noch am Neuen Markt: Das Thema ist gefragt und wird von Ortsbeiräten regelmäßig eingefordert – ohne Erfolg. Chancen scheint es aber bei einem schon durch seine Lage prädestinierten Vorhaben zu geben – im Werftdreieck. „Ich denke, dass so ein großes Projekt auch Chancen bietet, günstige Wohnungen bereitzustellen“, sagt Wiro-Sprecher Carsten Klehn. Was günstig genau bedeutet, sei aktuell aber noch nicht abzuschätzen. „Wir sind ja gerade erst dabei, den Funktionsplan aufzustellen, dann kommt der B-Plan und erst dann wird vieles klarer“, so Klehn. Aber: „Sozialwohnungen sind nicht ausgeschlossen.“

Bisher ist das Thema in Rostock mehr als problematisch. Bauherren wie die Wiro machen immer wieder auf die Schwierigkeiten dahingehend aufmerksam. „Sozialwohnungen können in Rostock nur gebaut werden, wenn die öffentliche Förderung ausreicht, um ein Projekt entsprechend der strengen Förderkriterien wirtschaftlich umzusetzen“, sagt Klehn, „nach unserer Einschätzung ist dies für solide und werthaltige Wohnhäuser derzeit aus Kostengründen nicht machbar – unter anderem aufgrund gesetzlicher Baustandards, kommunaler Satzungen, Energie-/Ökoauflagen, komplizierter Genehmigungsverfahren.“ Für das Werftdreieck sei denkbar, nicht ganze Gebäude, sondern einzelne Stockwerke auf sozialen Wohnungsbau auszulegen, sodass das Gesamtprojekt insgesamt auskömmlich werde, so Klehn.

Das Land hat das 27-Millionen-Euro-Förderprogramm Wohnungsbau Sozial aufgelegt – für 2016 und 2017. Davon lassen sich aber geläufigen Schätzungen zufolge nur 600 Sozialwohnungen in MV schaffen. Zudem reicht die Förderung bei den aktuellen Baukosten nicht aus, um nur dadurch auf die einer Sozialwohnung entsprechenden 5,50 Euro Miete je Quadratmeter zu kommen. Die Differenz müsste – zum Beispiel über die Miete anderer Wohnungen im Haus – abgefedert werden.

Kommentar von Nicole Pätzold: Ein sehr guter Anfang
„Nicht ausgeschlossen“ – ist wohl das Positivste, was ein Bauherr zum Thema Sozialwohnungen sagen kann. Wie das passieren könnte, dürfte aber einigen nicht gefallen – etwa dem Mieterverein. Dieser hatte aufgrund der eben nicht auskömmlichen Fördermittel befürchtet, dass Unternehmen auf Quersubventionierungen, „Verteuerung anderer Wohnungen“ zurückgreifen. Das klingt natürlich nicht gut, aber eigentlich ist Verteuerung doch ohnehin die Praxis. Wer baut schon Wohnungen und bietet sie dann nur so teuer wie nötig an? Lieber zahle ich mehr, damit eine Sozialwohnung entsteht, als für den bloßen Profit eines Unternehmens. Besser geht es natürlich immer – etwa über Belegungsrechte, wenn die Stadt bestehende Wohnungen in soziale umwandelt. Aber die Wiro macht einen sehr guten Anfang!
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