Rostock : Wiro: „Miet-Anker“ für 800 Wohnungen

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Kommunales Unternehmen plant Angebot für Rostocker Geringverdiener. #wirkoennenrichtig

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07. November 2017, 05:00 Uhr

Auf dem Rostocker Wohnungsmarkt gibt es ein Spannungsfeld zwischen Angebot und Nachfrage. Diesem Problem will sich jetzt auch das kommunale Unternehmen Wohnen in Rostock (Wiro) widmen und hat dafür das Projekt „Miet-Anker“ ins Leben gerufen. Ziel sei es, die „Rostocker Mischung“ in den Stadtteilen beizubehalten und in puncto sozialer Verantwortung nicht nur Wohnraum für Bezieher von Transferleistungen im Blick zu haben, heißt es in der entsprechenden Projektskizze.

Das Angebot richte sich an Haushalte mit niedrigem Einkommen, die keine staatliche Mindestsicherung beziehen. Schrittweise sollen bis zu 800 frei werdende Wohnungen in das Programm aufgenommen werden, in denen bei Neuvermietung die Nettokaltmiete bei maximal 5,30 Euro pro Quadratmeter eingefroren wird – und das in allen Stadtteilen, in denen die Gesellschaft Wohnbestand vorhält. Der generelle Durchschnitt der Wiro-Nettokaltmieten beträgt 5,84 Euro. Das neue Angebot gelte zunächst befristet bis 2025 und nur dann, wenn die Mieter Kriterien erfüllen, die die Stadtverwaltung noch definieren müsste.

Wie beim Wohngeld müsse das Einkommen der Haushalte streng geprüft werden, da die Wiro die Ankermiete nur garantiert, solange sich die Einkommenssituation nicht verbessert. Nach spätestens zwei Jahren soll das erneut geprüft werden.

Das bedeutet aber nicht, dass die Mieter dann ausziehen müssten. „Dann kann vielmehr die Miete wieder leicht steigen – innerhalb gesetzlicher Vorgaben und mit Blick auf das tatsächliche Einkommen, um die Menschen nicht finanziell zu überfordern“, so Wiro-Sprecher Carsten Klehn. Als Ersatz würde dann eine andere Wohnung in den „Anker-Pool“ aufgenommen.

Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) begrüßt das Konzept. „Das Projekt wird zur sozialen Durchmischung in den Stadtteilen beitragen.“ Die konzeptionelle Untersetzung vonseiten der Verwaltung könne zeitnah mit der Wiro abgestimmt werden, so Bockhahn.

Positive Signale auch aus der Rostocker Bürgerschaft: In einer gemeinsamen Beschlussvorlage rufen die Vorsitzenden der Fraktionen CDU, SPD, Linke, Grüne, UFR sowie Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09 Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) dazu auf, der Bürgerschaft bis März 2018 ein von der Verwaltung untersetztes Konzept des „Miet-Ankers“ als Vorschlag zu präsentieren.

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