Wiro fährt Rekordgewinn ein

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30. Mai 2013, 08:53 Uhr

Rostock | Die Wiro hat das abgelaufene Jahr mit einem Rekordgewinn von 18,7 Millionen Euro abgeschlossen - 15 Millionen davon fließen allerdings gleich weiter in die leere Stadtkasse. Zu dem herausragenden Ergebnis hat vor allem der zunehmende Wohnungsmangel in Rostock beigetragen. Auch dank der steigenden Einwohnerzahl sank die Leerstandsquote der Wiro noch einmal von ohnehin schon sehr niedrigen 1,9 auf 1,7 Prozent. "Die positive wirtschaftliche Entwicklung und die des Marktes haben zu noch mehr Interesse an Wiro-Wohnungen geführt", sagt Geschäftsführer Ralf Zimlich.

Diesem für das soziale Klima der Stadt gefährlichen Trend will das kommunale Unternehmen durch den Neubau von insgesamt 240 größtenteils barrierefreien und generationsübergreifenden Wohnungen entgegenwirken. So entstehen derzeit beispielsweise im Fritz-Meyer-Scharffenberg-Weg, auf der Holzhalbinsel und mit dem Likedeelerhof neue Angebote. "Wirtschaftlicher Erfolg, attraktiver und energetisch optimierter Wohnraum zu fairen Mietpreisen und eine ausgeprägte Kundenorientierung bilden die Basis unserer gesellschaftlichen Verantwortung als kommunaler Vermieter", sagt Zimlich. Besonders wichtig dabei seien Modernisierung und Instandhaltung der insgesamt 36 000 Wiro-Wohnungen. Dafür investierte das Unternehmen im vergangenen Jahr 29 Millionen Euro. Umgerechnet sind das rund 14,70 Euro pro Quadratmeter - 2011 waren es noch 13 Euro.

Trotz der Modernisierungen blieb die Nettokaltmiete überschaubar. Im Schnitt lag sie bei 5,56 Euro pro Quadratmeter. Das sind nur vier Cent mehr als 2011. Nach Unternehmensangaben stiegen die eigenen Mieten seit 2009 generell nur um rund zwei Prozent, während die allgemeinen Lebenshaltungskosten laut Statistischem Bundesamt um satte 5,5 Prozent zulegten. Und die Mieten in der gesamten Hansestadt stiegen laut Qualifiziertem Mietspiegel seit 2009 um 3,4 Prozent.

"Wer zukunftsfähig bleiben möchte, muss nachhaltig handeln", sagt Zimlich. Deswegen habe das kommunale Unternehmen auch die Eigenkapitalquote um 0,4 auf 22 Prozent erhöht. Zugleich konnte die Gesellschaft mehr als 36 Millionen Euro Schulden tilgen und 8,8 Millionen Euro für Modernisierungsmaßnahmen aktivieren. Zu Letzteren zählen beispielsweise der Umbau von weniger gefragten Gewerberäumen zu Wohnungen, der Einbau von Aufzugs anl¬gen und umfangreiche Sanierungen mit energetischen Schwerpunkten.

Für die Zukunft rechnet die Wiro mit zunehmend älteren Mietern. Der Anteil der Über-65-Jährigen liegt schon jetzt bei 23 Prozent der Gesamteinwohnerzahl Rostocks. Außerdem prognostiziert das Unternehmen mehr Single-Haushalte und vielfältige Wohnkonzepte. "Die wichtigsten Herausforderungen der Zukunft sind, weiterhin ausreichend bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen und unseren Bestand qualitativ so aufzuwerten und zu gestalten, dass dieser sich bereits heute an den Kundenbedürfnissen von morgen orientiert", so Zimlich.

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