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17. November 2017 | 22:28 Uhr

"Wir verkaufen einen Traum"

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jun.2013 | 09:31 Uhr

Warnemünde | Sie gehört zu den drei Flaggschiffen der Cunard-Line und ist der ganze Stolz der britischen Flagge: die "Queen Victoria". Gestern legte der Luxusliner zum ersten Mal im Ostseebad Warnemünde an. Hunderte Schaulustige versammelten sich an der Kaikante und feierten abends das Auslaufen des Schiffes in Richtung Kopenhagen mit einer Portparty. Was viele von ihnen nur erahnen konnten: Im Schiffsinneren wartet der pure Kreuzfahrer-Luxus auf alle Passagiere.

Nach 175 Jahren steht eine Frau auf der Brücke

Es ist das erste Cunard-Schiff, dass in einer italienischen Werft gebaut wurde. 2007 wurde der Kreuzliner in Dienst gestellt. "Und auch zum ersten Mal hat ein italienischer Innenarchitekt eine unserer Queens designt", sagt Ingo Thiel, Sprecher der Cunard-Reederei. Das leicht mediterrane Flair zieht sich durch das gesamte Schiff: Poliertes Holz, Marmor, hochflorige Teppiche und viele königliche Details schaffen eine edle Atmosphäre. Doch auch der britische Schick kommt nicht zu kurz. Blickfang ist neben der Grand Lobby auch die Royal Arcade - mit ihrer schwungvollen Wendeltreppe und der großen Standuhr, die mit ihrem Zifferblatt an den Big Ben in London erinnert. Gleich daneben lädt die schiffseigene Bibliothek ein, in der die Gäste aus insgesamt 6000 internationalen Werken wählen können. "Auf den Reisen haben wir bis zur 30 Nationalitäten an Bord", erzählt Thiel. Doch die wenigsten davon seien aus Deutschland, denn die "Queen Victoria" ist neben der "Queen Mary 2" und der "Queen Elizabeth" das mit den meisten britischen Reisenden.

Schon im kommenden Jahr könnte sich der Anteil der deutschen Passagiere auf dem Liner erheblich vergrößern, denn Cunard plant für 2014 , den Hafen von Warnemünde nicht einfach nur für ein paar Stunden anzulaufen. "Es wird einen Passagierwechsel geben", sagt Thiel. Zudem soll aus dem ersten Anlauf von gestern eine Art Tradition für das Schiff werden: Insgesamt fünfmal steuert die "Queen Victoria" dann den Ostseehafen an. Auch in diesem Jahr ist sie noch zweimal zu sehen: am 30. Juli und am 9. September. "Warnemünde ist einfach ideal für den baltischen Anlauf", sagt Thiel. Nur wenige Wochen zuvor war bereits das Schwesterschiff, die "Queen Elizabeth", zu Gast in der Hansestadt - ebenfalls zum ersten Mal.

Das Sagen an Bord hat Inger Olsen. Sie ist seit knapp zweieinhalb Jahren Kapitän auf der "Queen Victoria" und in der 175-jährigen Geschichte der Reederei die erste Frau am Steuerrad. Sie schätzt vor allem das Klassische an dem Kreuzliner und nennt es "das glückliche Schiff". Olsen hat gestern die Schiffsplakette vom Hafenkapitän Gisbert Ruhnke entgegengenommen. Sie wird einen Platz neben all den anderen auf dem Korridor zur Zigarren-Bar finden, von der die Besucher bei gutem Wetter bis zu zwölf Kilometer weit schauen können.

Persönliche Dinge der Königin zu sehen

Ein täglicher Höhepunkt findet im Queens Room statt. Punkt 17 Uhr wird dort der klassisch englische Tee serviert, zusammen mit Gebäck und traditionellen Snacks. "Die Kellner tragen dabei stilecht weiße Handschuhe. Das ist für jeden Gast ein wahres Erlebnis", erzählt Thiel. Und noch etwas Besonderes gibt es dort zu bestaunen: drei selbst angefertigte Kunst-Stiche von Queen Victoria persönlich. Sie zeigen Porträts der drei Lieblingshunde der einstigen Königin des Empire. Insgesamt wurden für alle Kunstwerke an Bord um die drei Millionen Euro ausgegeben.

Der Luxus zeigt sich auch in den Preisen für die Kabinen. So kostet eine zweiwöchige Reise rund um die britischen Inseln bis zu 6500 Euro pro Person - in der Queens Suite mit bester Ausstattung. "Jeder träumt im Leben einmal von so einer Reise. Und wir verkaufen diesen Traum", sagt Thiel.

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