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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 20:39 Uhr

„Wir stehen zum Volkstheater“

vom

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2012 | 12:29 Uhr

Nach zehn Jahren gibt es einen Wechsel an der Spitze des Theaterfördervereins. Antje Jonas ist die neue Vorstandsvorsitzende der Freunde und Förderer des Rostocker Volkstheaters. Welche Bedeutung sie der städtischen Bühne beimisst und welche Rolle sie sich zukünftig für den Verein vorstellt, verrät Jonas im Interview mit NNN-Redakteurin Juliane Hinz.

Ihr Vorgänger Dr. Albert Rupprecht war zehn Jahre lang der Vorsitzende des Theaterfördervereins. Nun hat er sich aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand zurückgezogen. Was waren Ihre Beweggründe, für diesen Posten zu kandidieren?

Jonas: Das war meine grundlegende Theaterbegeisterung. Ich kenne das Rostocker Theater von Kindesbeinen an, habe in der Kinderballettgruppe mitgetanzt und viele Vorstellungen besucht. Später habe ich Theaterwissenschaft mit dem Berufsbild Dramaturg studiert. Allerdings klappte nach dem Studienabschluss 1992 der Berufseinstieg nicht, ich ging mit meiner Familie nach Hamburg. Die Affinität zum Theater blieb aber immer bestehen. Als ich dann 2005 nach Rostock zurückkehrte und hörte, dass es einen Theaterförderverein gibt, war es für mich nur logisch, mich darin zu engagieren. Ich wurde aktives Mitglied und bald in den Vorstand gewählt. Ich habe immer versucht, die Ziele des Vereins tatkräftig zu unterstützen. Darum war es jetzt auch klar, dass ich zur Verfügung stehe, als der Vorsitz neu gewählt wurde.

Das Theater befindet sich seit einiger Zeit in schwierigem Fahrwasser. Die Stimmung schwankt zwischen Existenzkrise und Neubaueuphorie. Wie schätzen Sie die Situation ein?

Ich bin Optimist. Das Theater hat gerade eine sehr positive Phase des Aufbruchs erreicht – so möchte ich es sehen und so empfinde ich es auch. Die Dinge werden sich entwickeln. Im Moment wird das Theater mehr als Problem wahrgenommen. Es wäre schön, wenn der Blick wieder frei würde auf die Kunst; dass die Inhalte wieder im Fokus stehen und konstruktiv diskutiert werden. Das ist es, was Stadttheater ausmacht.

Wie kann der Theaterförderverein dabei helfen?

Wir können den Aufbruch flankieren und begleiten. Derzeit hat der Verein rund 160 Mitglieder. Wir sind ein Teil des Rostocker Publikums und verstehen uns als Freunde und Förderer. So kann man vielleicht seine Wünsche und Wahrnehmungen formulieren, aber wir können und wollen dem Theater nicht sagen, was es zu tun hat. Trotzdem sind wir immer offen für Gespräche. Wir wollen in Zukunft den Förderaspekt unserer Vereinsarbeit noch weiter ausbauen, also die finanzielle Unterstützung. Dazu werden wir Spenden sammeln unter den Rostockern und den Vereinsmitgliedern. Natürlich hat das im Vergleich zum Gesamtetat des Theaters vor allem symbolischen Charakter. Aber da ist nach oben hin noch Luft, wir haben dazu viele Ideen. Natürlich wünschen wir uns auch, die Zahl der Vereinsmitglieder noch zu erhöhen.

Sie gehören als Verein sozusagen zur Lobby des Volkstheaters. Inwiefern wollen Sie politisch aktiv werden?

Natürlich gibt es immer wieder Berührungspunkte mit der Stadtpolitik. Aber wir wollen da keinen Alleingang. Demnächst wird sich der Vereinsvorstand mit der Theaterleitung treffen. Wir wollen klären, was sich das Theater von uns als Unterstützern wünscht. Ich hoffe da auch auf konkrete Verabredungen im Sinne des Förderaspekts.

Welche Wünsche haben Sie und der Verein für die Zukunft des Rostocker Volkstheaters?

Wir stehen zum Volkstheater und wünschen uns, dass es in den nächsten Jahren in seiner Funktion und Form seinen Aufgaben gerecht werden kann. Wir wollen unbedingt einen Theaterneubau, denn das jetzige Gebäude ist verschlissen. Wenn der Neubau nicht kommt, dann wird es in wenigen Jahren kein Theater in Rostock mehr geben.

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