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#wirkoennenrichtighafen : Zweiter Neubau vor der Taufe

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die alte Scandlines-Fähre „Kronprins Frederik” pendelt gemeinsam mit der modernen „Berlin” zwischen Rostock und Gedser.

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2016 | 11:45 Uhr

Am kommenden Freitag lädt Scandlines ins dänische Munkebo bei Odense. Auf der Fayard-Werft wird die Bau-Nr. 503, die zweite Gedser-Fähre, auf den Namen „Copenhagen“ getauft. Thomas Andersen und Sören Poulsgaard Jensen, die Chefs von Fayard und Scandlines, werden berichten, inwieweit der Umbau fortgeschritten ist. Bis Ende des Jahres, so Pressesprecherin Anette Ustrup Svendsen vorab, wird die Fähre voraussichtlich den Dienst antreten. Einen genauen Termin möchte sie noch nicht nennen. Die Probefahrt geht diesmal aber nicht nach Rostock.

Die „Berlin“, die erste der beiden Neubauten, hat mit Bestleistungen während der Saison bereits für Furore gesorgt. Allein im Juli setzte der im Mai zwischen Rostock und Gedser in Betrieb genommene Neubau 39 451 Pkw über. Der Positivtrend zog sich durch die gesamte Saison. Sowohl bei Pkw als auch bei Lkw konnte ein solides Wachstum verzeichnet werden. Und auch im Catering wurden gute Ergebnisse erzielt. Mit 22 Knoten verkehrt die „Berlin“ inzwischen wie ein Uhrwerk in einer Stunde und 45 Minuten zwischen beiden Häfen, wo sie innerhalb von 15 Minuten zu ent- und beladen ist. Mit dem Einarbeiten in die neue Schiffstechnik und dem Abebben des Urlauberansturms wuchs auch die Fahrplantreue. Von insgesamt fast 600 Abfahrten im September, so die Scandlines-Sprecherin, lagen die Verspätungen für beide Gedser-Schiffe unter zehn Minuten.

Die Neubauten fahren mit einem Hybrid-Antriebssystem, das den traditionellen Diesel- mit einem elektrischen Batterieantrieb kombiniert. Die Schiffe können so den Treibstoffverbrauch optimal an die Auslastung anpassen. So werden Sprit gespart und die
CO2-Emissionen wesentlich herabgesetzt.

Die geforderte Emissionsreduzierung erfüllt die „Berlin“ zunächst durch die Nutzung von Marinediesel. Mit Dienstbeginn der „Copenhagen“ ist vorgesehen, auch die Abgaswäscher (Scrubber) in Betrieb zu nehmen und das schon in Stralsund installierte so genannte Common-Rail-System im Antrieb zu ersetzen, was sich nicht bewährt hatte. Die Scrubber werden dann die Motorenabgase von Schadstoffen wie Schwefel und Feinstaub reinigen und sollen den Emissionsausstoß um mindestens 90 Prozent reduzieren.

Das durch den „Closed-Loop-Scrubber“ in einer Zentrifugen-Anlage gereinigte Wasser wird in einem Tank gesammelt und gelagert, um später von Bord an Land gepumpt zu werden. Anschließend wird es über eine Aufbereitungsanlage für Umweltabfälle entsorgt. Die Reinigungsanlage in Gedser wird erst gegen Ende des Jahres fertig. Bis dahin dient ein weiterer Tank für das Wasser, das zur Abgasreinigung an Bord gepumpt wird. Es muss mit einer chemischen Trockenmasse vermischt werden und wird danach an Bord zur Reinigung der Rauchgase benutzt, erklärt Ustrup Svendsen.

Scandlines zeigt sich also wachsenden Herausforderungen gerüstet. Und bietet mit der Weiterfahrt über den Öresund auch eine Alternative zum Schweden-Verkehr. Nicht nur Jörg Ellner, einer der Kapitäne der „Berlin“, ist gespannt darauf, wie die beiden neuen Verkehrsmaschinen mit geballter Kraft den Markt beeinflussen werden.

„Insbesondere in Rostock bestärkt uns die Situation, dass die Passagiere trotz massiver Kapazitätserhöhung durch Scandlines weiter den direkten Weg nach Schweden als erste Wahl schätzen“, sagt TT-Line-Geschäftsführer Bernhard J. Termühlen. „Mit der Saison 2016 sind wir zufrieden“, merkt er an. Wie sein Kollege Ron Gerlach von der Stena Line wertet er das Agreement, nachdem für Kunden beider Reedereien die Kapazitäten gebündelt werden, als erfolgreich: „Der SWAP-Fahrplan in Zusammenarbeit mit Stena funktioniert sehr gut und wir haben von unseren Kunden viel positives Feedback erhalten“, berichtet Termühlen und betont: „Die Erhöhung von drei auf fünf beziehungsweise sechs Abfahrten täglich war eine gute und richtige Entscheidung, um das Produkt und damit den Standort/Korridor zu stärken.“

Auch der Dreiecks-Verkehr der TT-Line, der Rostock und Travemünde auf dem Weg nach beziehungsweise von Schweden einbindet, hat sich bewährt. „Der Triangel-Dienst wird auch 2017 in vergleichbarem Umfang wie in diesem Jahr weitergeführt und so auch unsere Küstentörns“, blickt Termühlen voraus. In Sachen Umweltschutz stellt er fest, dass der Einsatz der Scrubber auf den Fähren „Nils Dacke“ und „Nils Holgersson“ zur vollen Zufriedenheit der Reederei laufe. TT-Line nahm damit einmal mehr eine Pionierrolle ein.

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