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Kulturhistorisches Museum : Zurück in die gute Stube Rostocks

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Kulturhistorisches Museum zeigt in neuer Ausstellung mit zum Teil unveröffentlichten Fotografien die Entwicklung der Steintor-Vorstadt #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 09.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Dass die Blücherstraße früher Alexandrinenstraße hieß und die Haupt- und Einkaufsstraße der Steintor-Vorstadt bildete, das erfahren Besucher der neuen Sonderausstellung „Vorstadt der Bürger“, die am Donnerstag im Kulturhistorischen Museum eröffnet worden ist. Selbst Kaiser Wilhelm logierte bei Staatsbesuchen in Rostock in dem Viertel – in der Villa, in der heute die IHK ihren Sitz hat.

Die Schau widmet sich der Entwicklung des ursprünglichen Bauernviertels zwischen Steintor und dem heutigen Hauptbahnhof, das schnell zum begehrten Quartier für reiche Leute wurde. „Wir haben 431 historische Fotos aus den Jahren 1860 bis 1930 zusammengetragen, mithilfe derer wir die Geschichte der Steintor-Vorstadt erzählen“, sagt Museumsleiter Steffen Stuth. Die Bilder stammen aus dem eigenen Fundus, sind teilweise Leihgaben aus dem Altonaer Museum oder kommen von interessierten Rostockern.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist – natürlich – das namensgebende Tor zwischen Wall- und Steinstraße. Einige der Original-Ansichten prangen auf sechs Meter langen Panorama-Ansichten, auf denen der Besucher auch kleinste Details erkennen kann. „Die Leute sollen so richtig in die Historie eintauchen können“, sagt Stuth. Unter den Fotos befinden sich einige noch nie veröffentlichte, wie ein Abbild des Stadttheaters, das zwischen Linden- und Ernst-Barlach-Straße stand, im Zweiten Weltkrieg aber vollständig niederbrannte.

Etwa ein Jahr intensive Quellenarbeit stecke hinter der Schau, sagt Stuth. „Ich habe selbst eine Menge dazugelernt, zum Beispiel, dass das St.-Georg-Hospital noch bis etwa 1920/21 existiert hat und erst dann überbaut worden ist.“ Neben den historischen Straßennamen finden die Besucher der Ausstellung auch Biografien der Bewohner, können an Hörstationen in das geschäftige Treiben am früheren Lloyd-Bahnhof eintauchen und sich an einem Terminal durch weitere Ansichten klicken. „Übrigens hat die Steintor-Vorstadt heute genau wie um 1900 etwa 6000 Adressen in 800 Häusern und damit auch genau so viele Bewohner wie früher“, sagt Steffen Stuth.

Die Schau ist bis 11. Juni Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr zu sehen.

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