Polarium : Zoo gewinnt neuen Partner

Vor der Polariumsbaustelle: Zoo-Direktor Udo Nagel (r.) und Goldpartner Friedemann Kunz
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Vor der Polariumsbaustelle: Zoo-Direktor Udo Nagel (r.) und Goldpartner Friedemann Kunz

Scanhaus Marlow nimmt Goldposition ein: 75.000 Euro für den Bau eines Abenteuerspielplatzes.

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19. Dezember 2017, 08:00 Uhr

Die Scanhaus Marlow GmbH, hinter der Friedemann Kunz und seine Frau Wiebke stehen, ist der neue Goldpartner des Rostocker Zoos. Als solcher wird die GmbH, die rund 700 Häuser jährlich baut, für den Zoo einen Abenteuerspielplatz für das neue Polarium finanzieren. Er soll am 1. Mai 2018 eröffnen. Kostenpunkt: Mehr als 75 000 Euro, die über drei Jahre fließen.

Es sei „bürgerliches Engagement in der Region“, das Scanhaus pflege und das sei nicht selbstverständlich, so Zoo-Direktor Udo Nagel. „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, dass wir nicht nur unser Tagesgeschäft machen, sondern uns für die Region, für die Menschen einsetzen“, erklärt Friedemann Kunz. Die Partnerschaft auf drei Jahre festzulegen, sei eine bewusste Entscheidung gewesen, „weil wir überzeugt sind, dass Langfristigkeit wichtig ist“. Danach soll über eine Erweiterung der Partnerschaft gesprochen werden. In etwa zehn Partner hat der Zoo in Verbindung mit seinem neuen Großprojekt, dem Polarium.

Die Firma Spielart aus Thüringen ist mit dem Bau des Abenteuerspielplatzes beauftragt. Dessen Zentrum soll ein kindgerechter Dreimaster sein, ein zehn Meter langes Schiff, das an die „Fram“ erinnert. Mit ihr kam der Zoologe und Polarforscher Fridtjof Nansen bei einer Expedition zwischen 1893 und 1896 dem Nordpol so nah, wie kein anderer Polarfahrer zuvor. Spielerisch sollen Kinder auf der kleinen „Fram“ eine Nordpolreise unternehmen – vis á vis zur neuen Heimstätte der Pinguine und Eisbären. Um das Schiff entstehen Erlebnispunkte wie Iglu und Eskimo-Fotostation. Am Spielplatz soll es eine Hörstation geben, an der die Kinder Strom erzeugen und so Geschichten lauschen können. Seilleiter, Steg, Lümmelnetze, Zeltabdeckung, bewegliches Steuerrad, Fernrohre, Fässer zum Klettern, Hüpfplatten als wackelnde Eisschollen ergänzen das Schiff. Eltern und Großeltern sollen auf einer Holzplattform in der Nähe verweilen können, dazu wird noch ein kleines Café eröffnet.

Ab 22. Dezember ruhen aber die Baustellen im Zoo – sowohl für den Spielplatz als auch für das Polarium. Die Weihnachtspause dauert bis zum 7. Januar. Die Halle für die Pinguintechnik steht bereits. Die Rohbauarbeiten am Keller des künftigen Besucherzentrums sind ebenfalls abgeschlossen. Der künftige Ausstellungsraum des Besucherzentrums ist schon gut erkennbar.

Ins Polarium ziehen 35 Pinguine und drei Eisbären. Zwei Weibchen in zwei Anlagen und ein Männchen, das zwischen beiden wechselt, sollen es werden und so für Nachwuchs sorgen. Welche Eisbären in den Zoo ziehen, soll im Frühjahr feststehen. Unwahrscheinlich ist, dass Fiete und seine Großmutter Vienna zurückkehren, „aber es wurden ja noch andere Eisbären im Rostocker Zoo geboren“, heißt es aus dem Zoo.

Kommentar "Gold für den Zoo" von Nicole Pätzold-Glaß

Friedemann Kunz baut rund 700 Häuser im Jahr, hat für sechs Millionen Euro das Hotel Am Leuchtturm saniert. Er führt eines der erfolgreichsten Unternehmen des Landes, ist ein Geschäftsmann par excellence. Geld zu stiften, ist kein lukratives Geschäft, aber für ihn anscheinend dennoch verpflichtend – ein Glück für den  Zoo. Der hat sich mit dem Polarium viel vorgenommen. Das 11,5-Millionen-Euro-Projekt wird zwar mit 10,3 Millionen Euro vom Land gefördert, bindet aber dennoch Eigenmittel und Kräfte des Zoo-Teams. Goldpartner sind da gold wert, damit der Zoo auch am Rande des Großprojekts Polarium auftrumpfen kann. Und wo wäre das Geld besser investiert als für Kinder?
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