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Sanierung in Rostock verschoben : Ziolkowskistraße auf dem Abstellgleis

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rathaus verschiebt Sanierung erneut – erst sollen bis zu sechs Hochhäuser auf den verbliebenen Freiflächen gebaut werden #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 14.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Weil bis zu sechs neue Wohnhäuser entlang der Ziolkowskistraße gebaut werden sollen, müssen die Anwohner weiter auf die Sanierung ihrer maroden Straße warten. Das erklärte Bausenator Holger Matthäus (Grüne) am Mittwoch in der Bürgerschaft. „Wir haben sechs mögliche Einzelbaustandorte identifiziert, die derzeit geprüft werden“, sagt er und ergänzt: „Wenn die Grundstücke in den nächsten ein bis eineinhalb Jahren bebaut werden, brauche ich jetzt noch keine Sanierung auf den Weg bringen.“ Die Baustellenfahrzeuge würden die frisch hergerichtete Straße sonst wieder ruinieren.

Eigentlich sollte in diesem Jahr die Sanierungsplanung erfolgen, die Arbeiten selbst im Anschluss daran. So hatte es die Bürgerschaft festgelegt. „Die Verwaltung ignoriert diesen Beschluss, ohne uns auch nur darüber zu informieren“, kritisiert Thoralf Sens (SPD), Mitglied in der Bürgerschaft und im Ortsbeirat Südstadt. „So kann man mit den Ortsbeiräten und den Anwohnern nicht umgehen“, sagt er.

Auch die Vorsitzende des Südstadt-Gremiums, Kristin Schröder (Linke), ist sauer. „Ich möchte, dass die Ziolkowskistraße endlich beplant wird und etwas passiert – sie sieht fürchterlich aus.“ Zudem würden die Anwohner bereits seit den 90er-Jahren auf die versprochene, aber immer wieder verschobene Sanierung warten. „Ich weiß auch nichts von sechs Häusern, sondern nur von zweien, die geprüft werden“, so Schröder. Matthäus zufolge haben mehrere Rostocker Wohnungsunternehmen Interesse angemeldet. Fünf der Flächen befänden sich im Eigentum der Stadt, eine weitere sei der Netto-Standort, der in absehbarer Zeit aufgegeben werden soll.

Der neue Plan der Verwaltung sieht vor, die Ziolkowskistraße erst zwischen 2020 und 2023 abschnittsweise zu sanieren. Früheren Angaben zufolge liegen die Gesamtkosten bei rund 1,1 Millionen Euro. Die Vorplanung soll nun 2018 beginnen.

Frank Giesen (CDU) sieht eine erneute Verschiebung der Sanierung gelassen. „Die Ziolkowskistraße hat einen großen Vorteil: Sie besteht aus Betonplatten“, sagt er. Und die seien widerstandsfähiger als Asphalt. „Ich kenne viele Straßen in Rostock, die schlechter aussehen“, so Giesen.

Kommentar von Torben Hinz: In der Zwickmühle
Natürlich macht es keinen Sinn, die Ziolkowskistraße zu sanieren, wenn sie gleich danach durch schwere Bagger und Kräne wieder kaputt gefahren wird. Eine Verschiebung ist so gesehen vernünftig. Allerdings bleibt die berechtigte Sorge, dass der Bau der Wohnhäuser sich über Jahre hinaus verzögert – so diese denn überhaupt kommen. Schon bei der Vorstellung einer Vision für den Ausbau der gesamten Südstadt vor drei Jahren hatten die Bewohner dagegen mobil gemacht. Sie fühlten sich überrumpelt. Das ist dieses Mal genauso, wie schon die Reaktion des Ortsbeirats zeigt.
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