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#wirkoennenrichtig historisch : Zentrale Station für Reisende entstand

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der Lloyd-Bahnhof entwickelte sich zum Hauptbahnhof

Die Jahre waren vergangen, Rostock als Stadt wuchs und zwischen Deutschland und Dänemark sollte für den Reiseverkehr zwischen den beiden Ländern eine Dampferverbindung geschaffen werden. Der Deutsch-Nordische Lloyd baute diese Verbindung von Berlin über Rostock und Warnemünde mit Postdampfern nach Dänemark.

Am 1. Juni 1886 bis Rostock, ab 1. Juli 1886 bis Warnemünde ging die Lloyd-Bahn in Betrieb. Für diese Bahn baute man in Rostock den Lloyd-Bahnhof. Es war ein Backsteinbau im Seebäderstil, der am 1. Juni 1886 seine Funktion übernahm. Die Kosten für den gesamten Bahnhof betrugen 492 000 Mark. Er hatte ein Empfangsgebäude, in welchem es Einrichtungen gab für den Fahrkartenverkauf, die Auskunft sowie für den Gepäck- und Expressgutverkehr.

Im Laufe der Jahre kamen aber die Probleme, da der Verkehr immer umfassender wurde und Abhilfe geschaffen werden musste. Der Bahnhof musste auch die Aufgaben im Reiseverkehr vom Friedrich-Franz-Bahnhof übernehmen. Mehr Bahnsteige mussten gebaut, der Mittelbahnsteig mit den Kopfbahnsteigen angelegt werden. 1896 wurde das Mittelempfangsgebäude fertig. Darunter führte ein Tunnel für die Reisenden von und zu den Zügen. Das Gebäude enthielt unter anderem den Warteraum, die Speiseräume der zweiten und dritten Klassen, aber auch Diensträume.
Der Bahnhof wurde nach Klärung der Eisenbahnfrage in Rostock in Central-Bahnhof umbenannt; der Friedrich-Franz-Bahnhof wurde zum Güterbahnhof. Damit wurde der gesamte Reiseverkehr über den Central-Bahnhof abgewickelt.

Um die Aufgaben im Reiseverkehr zu erfüllen, musste gehandelt werden. 1913 wurde vor den bestehenden Verkehrsanlagen ein Vorbau errichtet. Diese große barockisierende Architektur, die den Altbau nur zum Teil verdeckt, steht zu diesem gestalterisch im krassen Widerspruch. Der Central-Bahnhof, der 1920 zum Hauptbahnhof benannt wurde, steht in dieser Form heute noch als Eingangshalle. Am Nordende des Mittelbahnsteigs entstanden die Toiletten, was aufgrund des unangenehmen Geruchs keine große Freude war. In der großen Vorhalle waren untergebracht: die Fahrkartenschalter, die Auskunft, Gepäckaufbewahrung, Expressgut, die Bahnsteigsperren sowie Annahme und Ausgabe des Reisegepäcks.

Der Zweite Weltkrieg ging auch am Hauptbahnhof nicht spurlos vorüber. Bomben trafen unter anderem den Mittelbahnsteig und das Empfangsgebäude. Entsprechend der Notwendigkeit wurden die Reparaturen durchgeführt. Wo heute das IC-Hotel steht, wurde zu Beginn des Krieges ein Bunker gebaut zum Schutz der Menschen. Obwohl dringend Veränderungen in der Substanz der verkehrlichen Situation erforderlich waren, dauerte es bis 1998, bis es zu grundlegenden Veränderungen kam.

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