Warnemünde : XXL-Modul geht auf Reise

Das ist einer von drei LNG-Tanks, die später in die „Aidanova“ eingebaut werden sollen. Für den Schiffbau in Warnemünde sichern diese Aufträge Arbeitsplätze.
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Das ist einer von drei LNG-Tanks, die später in die „Aidanova“ eingebaut werden sollen. Für den Schiffbau in Warnemünde sichern diese Aufträge Arbeitsplätze.

Bauteil aus der Warnemünder Neptun-Werft ermöglicht umweltschonenden LNG-Antrieb der „Aidanova“. Donnerstag Ankunft in der Meyer-Werft in Papenburg #wirkoennenrichtig

svz.de von
25. September 2017, 20:55 Uhr

Die „Aidanova“ ist das weltweit erste Kreuzfahrtschiff, das komplett mit umweltfreundlichem Flüssigerdgas (LNG) betrieben wird. Sie geht 2018 erstmals auf große Fahrt. Das betonte Hansjörg Kunze, Vizepräsident für Kommunikation und Nachhaltigkeit bei Aida, gestern vor der Verschiffung eines Moduls für das neue Schiff der Aida-Flotte. Das Modul ist 120 Meter lang, 42 Meter breit und drei Decks hoch. Es wurde in der Warnemünder Neptun-Werft gebaut, die zum Meyer-Verbund gehört. An diesem Donnerstag soll das Teil in Papenburg eintreffen.

Für den Schiffbau in Warnemünde hat sich die Lage mit diesen Aufträgen stabilisiert. Mehr als 500 Mitarbeiter sowie 500 externe Angestellte sind derzeit auf der Warnemünder Werft beschäftigt. Hinzu kommen 120 Mitarbeiter, die die Motoren montieren. „Das ist eine großartige Situation für den Schiffbau in der Region“, schlussfolgert Mathias Kopitzki, Projektleiter der Neptun-Werft. Dieser Modulbau sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu emissionsärmeren Schiffen, eine Situation, die Aida Cruises als grüne Flotte anstrebe. Gemeinsam mit der Carnival-Group hat sie weitere sieben Schiffe mit LNG-Tanks geordert.

Die Verschiffung des Moduls erfolgte gestern bei großartigem Wetter mithilfe der Schlepper „Bugsier 6“ und „RT Pioneer“. Dafür hat Planer Klaus Moscha die Vorarbeit erledigt. Mit seinen Planungen ist er jetzt bereits im Jahre 2019. Moscha beschreibt das kniffligste an seiner Aufgabe: „Das richtige Material in der richtigen Ausführung, Qualität und Menge zur richtigen Zeit an den dafür vorgesehenen Ort zu beschaffen.“ Dort, wo in der Halle das Teil entsteht, in das die LNG-Tanks montiert werden, ist Holger Polsfuss der Bauleiter. Er hat früher auf der Werft gelernt und ist seit 2013 dabei.

Die Bedeutung von emmissionsärmerem Treibstoff hat auch die Regierung erkannt. „Es soll ein Fördertopf von über 30 Millionen Euro aufgelegt werden“, weiß Hansjörg Kunze. Das Geld fließt eher in die Entwicklung als in die Umsetzung – die aktuelle Investition hat Aida Cruises selbst finanziert.

Übrigens: Ganz ohne Dieseltreibstoff kommt die Kreuzschifffahrt selbst bei vorhandenen LNG-Tanks nicht aus. Zum Anfahren werden diese Motoren angeschaltet, bis sie auf 25 Prozent der Leistung sind, erst dann wechselt das Schiff auf LNG-Betrieb.

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