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Rostock : Wohn-Bündnis gefordert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Linke und CDU wollen Neubau mit Fünfjahresplan forcieren und sozialverträgliche Mieten festschreiben. #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 17.Aug.2017 | 11:50 Uhr

Jährlich mindestens 2000 neue Wohneinheiten zwischen 2018 und 2023 fordern Linke und CDU in einem gemeinsamen Antrag für die Bürgerschaft. Knapp ein Drittel davon sind ihren Vorstellungen zufolge zwingend mit Mietpreis- und Belegungsbindung einzurichten. Möglich machen soll das ein Bündnis für Wohnen in der Hansestadt Rostock, dessen Gründung zum 1. Januar 2018 angestrebt wird.

Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) hatte bisher stets 1500 neue Wohnungen pro Jahr als Zielmarke angestrebt. Den beiden Parteien reicht das nicht. „Die zu niedrige Leerstandsquote ist ein Beleg für den Mangel an Wohnraum“, erklärt CDU-Fraktionschef Daniel Peters. Dieses Problem werde sich in den kommenden Jahren noch weiter verschärfen, so Peters: „Nach aktuellen Prognosen dürfen wir 2030 mit nahezu 235 000 Einwohnern rechnen.“ Aktuell sind es rund 208 000.

Einen besonderen Schwerpunkt setzen er und Linken-Fraktionschefin Eva-Maria Kröger auf sozialverträgliche Mieten – und zwar anteilig in der gesamten Stadt. „Aufgrund gestiegener Baukosten und vorhandener wirtschaftlicher Interessen der Wohnungswirtschaft entsteht schon seit Jahren kaum bezahlbarer Wohnraum“, kritisiert Kröger. Darunter würden insbesondere Rentner, Auszubildende, Studenten, Alleinerziehende, psychisch Erkrankte und auf Barrierefreiheit angewiesene Menschen leiden. „Die Stadt und auch die Wohnungswirtschaft müssen sich dem Ziel des sozialen Wohnungsneubaus endlich zuwenden“, fordert Kröger. Voraussetzung dafür sei, die Baukosten so gering wie möglich zu halten. Nötig seien deswegen straffe Genehmigungsverfahren, die Bereitstellung bezahlbarer städtischer Grundstücke, ausreichende Personalstärke in den Ämtern sowie eine effektive Wohnraumvergabe und Kontrolle der Mietpreisbindung. Zudem solle Oberbürgermeister Methling sich beim Land dafür einsetzen, die Mittel des Sozialbau-Förderprogramms auch für Bestandsgebäude freizugeben. Aufseiten der Stadt sei insbesondere die Wiro gefordert, die Ziele des Bündnisses umzusetzen.

Zu diesen Zielen zählen auch barrierearme und altersgerechte Umbauten, die Prioritätsetzung auf mehrgeschossigen Wohnungsbau im innerstädtischen Bereich sowie Konzeptausschreibungen mit verbindlichen Vorgaben für Investoren. Generell soll die Hansestadt weniger Flächen direkt vergeben und sie stattdessen im offenen Wettbewerb ausschreiben, fordern die beiden Fraktionschefs.

Der Sozialausschuss hat ihrem Antrag zugestimmt, entscheiden muss letztlich die Bürgerschaft.

Extra: die Bündnis-Mitglieder

Als Mitglieder des Bündnisses für Wohnen in der Hansestadt Rostock sind der Oberbürgermeister und alle drei Senatoren vorgesehen sowie Vertreter von:

• Amt für Stadtentwicklung

• Bauamt

• Wiro und Rostocker Wohnungsgenossenschaften

• Mieterverein Rostock

• Verband der Norddeutschen Wohnungsunternehmer

• BFW Landesverband Nord

• Industrie- und Handelskammer

• Bauverband MV

• Architektenkammer MV

• Planungs- und Gestaltungsbeirat

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