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Rostock : Wiro wandelt Gewerbeflächen um

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Aktuell entsteht im Schiffbauerring aus einer Arztpraxis eine Fünf-Raum-Wohnung. Nachmietersuche hat immer Vorrang #wirkoennenrichtig

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erstellt am 14.Nov.2017 | 08:00 Uhr

Das Warte- wird zum Schlafzimmer, der Empfangsbereich zum Flur: Handwerker verwandeln im Schiffbauerring 16 in Groß Klein gerade eine ehemalige Arztpraxis in eine 109 Quadratmeter große Fünf-Zimmer-Wohnung. Das Prozedere ist für den Hauseigentümer, die Gesellschaft Wohnen in Rostock (Wiro), nicht neu. „Wir haben in diesem Jahr bereits drei ehemalige Gewerbeeinheiten umgebaut und aktuell noch drei weitere anstehen – eine in Toitenwinkel sowie zwei ehemals für Gastronomie genutzte Objekte in der Nördlichen Altstadt“, sagt Wiro-Sprecher Carsten Klehn.

Dabei sei es nicht primäres Unternehmensziel, die Zahl der Gewerbeflächen zu verringern. „Wir suchen natürlich immer erst nach einem Nachmieter. Aber es gibt eben Flächen, da fehlt die Nachfrage“, so Klehn. In Groß Klein würden Immobilien wie das Klenow-Tor zu konzentrierten Ansiedlungen von zum Beispiel Arztpraxen führen.

Im Gebäude Schiffbauerring 16 wären deshalb bereits weitere Arztpraxen in den oberen Etagen im Laufe der Jahre zu Wohnungen umgebaut worden. „Im Fall der Gastronomien in der Nördlichen Altstadt ist es der Entwicklung der Zeit geschuldet, dass sich Anforderungen an die Küchengröße, Entlüftung oder Lärm ändern und vor Ort nicht realisiert werden können“, sagt der Wiro-Sprecher.

Die Nachfrage nach Wohnraum sei dagegen ungebrochen hoch. „Unsere Wohnungswirtschaft kennt die Bedarfe der Interessenten“, sagt Klehn. So könne genau auf Marktbedürfnisse reagiert werden. Die Umbauten hätten dabei einen entscheidenden Vorteil: Dadurch, dass die vorhandenen Ladenlokale oder Praxen oft ebenerdig sind, wären künftige Wohnungen quasi ohne großes Zutun barrierefrei. Im Schiffbauerring 16 haben künftige Mieter dadurch sogar einen separaten Eingang zu ihrer neuen Wohnung, die zu den größeren im Wiro-Portfolio gehört.

Dabei sei die Umwandlung von Gewerbe- in Wohnflächen kein konkretes Programm des kommunalen Unternehmens, sondern würde so realisiert, wie sie anfalle. „Gewerbe trägt ja auch immer zur Belebung eines Stadtteils bei“, erklärt Carsten Klehn. Deshalb würden sich auch nicht alle Ladenlokale zum Umbau eignen. In der Langen Straße zum Beispiel gebe es auch eine entsprechende Gestaltungssatzung, deren enge Vorgaben den Umbau in Wohnungen erschweren und die Nachmieter-Suche unumgänglich machen.

 

Kommentar "Innovativ gegen den Leerstand" von Claudia Labude-Gericke

Gewerbe gehört in eine Stadt, auch in die einzelnen Viertel. Läden, Praxen und Büros sind nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Treffpunkte. Klar, dass die nicht leichtfertig aufgegeben werden. Deswegen ist es gut, dass die Wiro als Eigentümer  versucht, passende Nachmieter zu finden. Schließlich sind Umbauten auch immer mit Investitionen verbunden. Aber wenn kein Interessent anbeißt, dann wäre es schon allein wirtschaftlich verrückt, länger als nötig zu warten. Wohnraum wird schließlich immer gebraucht. Und die Chance auf Barrierefreiheit, ungewöhnliche  Grundrisse oder größere Wohnflächen macht den Vermieter auch attraktiv für neue Zielgruppen. Am Ende zählt es so oder so nur, Leerstand zu vermeiden. Denn den  kann Rostock wirklich nicht gebrauchen.
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